Polizeichef Desenfants schockiert über Chovanec-Video

André Desenfants, Nummer zwei der Föderalen Polizei, war schockiert, als er das Chovanec-Video zum ersten Mal gesehen hatte. Das sagte der aus Elsenborn stammende Polizeichef am Mittwoch bei einer Anhörung in der Kammerkommission zum Fall Chovanec.

André Desenfants bei der Anhörung in der Kammerkommission zum Fall Chovanec (Bild: Laurie Dieffembacq/Belga)

André Desenfants bei der Anhörung in der Kammerkommission zum Fall Chovanec (Bild: Laurie Dieffembacq/Belga)

Der Slowake Chovanec war 2018 nach einem Fall von mutmaßlicher Polizeigewalt in einer Polizeizelle am Flughafen von Charleroi gestorben.

Desenfants hatte, nachdem er die Bilder im August zum ersten Mal gesehen hatte, sein Amt vorerst niedergelegt, um die Ermittlungen nicht zu behindern.

Bei dem Hitlergruß habe er gedacht: „Das ist nicht meine Polizei“. Es seien dort Sachen passiert, die er nicht dulden könne, und die bestraft werden müssen.

Inzwischen laufen insgesamt drei Ermittlungen. Eine zu der Beamtin mit dem Hitlergruß, eine gegen die anderen Polizisten und eine zum Informationsfluss.

Desenfants sagte den Abgeordneten auch, dass er sich nicht erklären könne, warum er die Videobilder nie zu sehen bekommen hat.

belga/vk

Ein Kommentar
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Ich bin wirklich sehr dankbar, dass es noch Meschen mit Rückrat in der Föderation gibt.

    Einer dieser Menschen mit Rückrat ist ganz gewiss der aus Elsenborn stammende Herr Desenfants.

    „Hitlergruß, Totschlag, Slowakisches wehrloses Opfer, Nicht meine Polizei“ ist eine deutliche Botschaft seiner Brandrede, dass wir keine Nazis und keine Faschisten in irgendwelchen Beamtenpositionen und auch sonst nirgendwo dulden wollen.

    Hoffen wir auf kluge Richter, damit der Mord im Dienst an dem slowakischen Opfer und all den anderen ähnlichen Opfern von einer unbefangenen Justiz ohne Hass sondern nach internationalem Recht, umgesetzt durch geltendes Strafgesetzbuch, bei allen beschuldigten Beamten angemessen beantwortetet wird.

    Zur Sühnung des rassistischen Gewaltverbrechens, zur Entlastung der Hinterbliebenen des Opfers und als Lehre an alle rechtsextremistischen Objekte im Land.