Zahl der Menschen mit Corona-Antikörpern nimmt wieder ab

Die Zahl der Belgier, die Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt haben, liegt zur Zeit bei 5,5 Prozent. Das geht aus den neuesten Zahlen von Wissenschaftlern der Universität Antwerpen hervor.

Illustrationsbild: Marijan Murat/Pool/AFP

Illustrationsbild: Marijan Murat/Pool/AFP

Seit März führen die Forscher serologische Tests von Blutproben durch. Die aktuellen Resultate sind überraschend: Es wurden weniger Antikörper entdeckt als bei der letzten Untersuchung. Da lag der Anteil bei sieben Prozent.

Die Uni Antwerpen hat in der Corona-Zeit insgesamt vier Testwellen durchgeführt. Der Bevölkerungsanteil mit Anti-Körpern war zuvor von drei auf sieben Prozent gestiegen.

Der aktuelle Stand der Wissenschaft

Aktuell geht die Wissenschaft davon aus, dass diejenigen, die eine Corona-Infektion hinter sich haben, sich nicht noch einmal damit anstecken können. Ist man infiziert, bildet unser Immunsystem Antikörper gegen das Virus. Wenn das Virus später wieder in unseren Körper gelangt, kann unser Körper es sofort bekämpfen und wir werden nicht noch einmal krank.

Bis dato haben die Wissenschaftlicher gedacht, dass im Laufe der Zeit immer mehr Leute Antikörper haben – weil ja immer mehr Menschen sich mit dem Virus angesteckt haben.

Keine dauerhafte Immunität?

Warum der Prozentanteil nun niedriger ist, dafür gibt es bisher nur Theorien: Professor Pierre Van Damme von der Uni Antwerpen vermutet, die Antikörper verschwinden wieder aus dem Körper – nach einem bis zwei Monaten. Dann bestünde auch keine Immunität mehr. Das bedeutet aus der Sicht von Van Damme, dass man sich beim Kampf gegen Corona nicht auf eine Herdenimmunität verlassen kann.

Man kann der Entwicklung aber auch etwas Positives abgewinnen: Wenn weniger Menschen mit Antikörpern gefunden werden, zeigt das auch, dass das Virus weniger zirkuliert und es weniger Infektionen gibt – so Van Damme.

Professor Van Damme untersucht Blutproben aus der gesamten Bevölkerung bzw. von Patienten, die aus irgendeinem Grund eine Blutprobe abgegeben haben. Das sind Menschen von 0 bis 100 Jahren, wie er sagt. So bekommt man einen Querschnitt aus der Bevölkerung. Rund 3.000 Blutproben waren es pro Untersuchungswelle.

vrt/est/okr/rasch

8 Kommentare
  1. Ronny Ramscheidt

    Die Aussage ist nichts wert. Solange nicht alle getestet wurden, kann man nicht irgendwelche Zahlen in den Raum werfen.

  2. Elian Schulte

    @Ronny Ramscheidt: Das würde ich nicht sagen.
    Von einer ausreichend großen Stichprobe kann man auf den Rest der Bevölkerung hochrechnen.
    In Schweden liegt der Anteil an Personen mit Antikörpern derzeit bei circa 7%.
    Ich halte die in Belgien gemessenen 5,5% durchaus für realistisch.
    Er zeigt aber auch, wie dringend ein Impfstoff benötigt wird, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

  3. Gennen Jerome

    Was soll denn die Impfung bringen? Verstehen Sie die Wirkungsweise einer Impfung? Die Impfung regt das Immunsystem an, damit dieses Antikörper bildet. Die Anzahl Antikörper sinkt aber sehr schnell wieder, wie diese Studie zeigt. Wie häufig sollte man sich denn dann impfen lassen um dann, hoffentlich, immun zu sein wenn das Virus sich wieder verbreitet? Und diese Impfung funktioniert ja auch nur unter der Voraussetzung, daß das Virus nicht mutiert, was es aber sehr wahrscheinlich tut.

  4. Elian Schulte

    Selbstverständlich verstehe ich die Wirkung einer Impfung und weiß, dass sie regelmäßig aufgrund von Mutationen des Virus erneuert werden muss.
    Ich wundere mich eher, wie breit inzwischen die Front gegen Impfungen geworden ist.
    Vor ein paar Jahren, als die Vogelgrippe grassierte, wurde vor den Nebenwirkungen einer H5N1-Impfung gewarnt. Ich hatte mich damals impfen lassen und habe anschließend überhaupt keine Nebenwirkungen verspürt.
    Einerseits bin ich entsetzt, wie fortschrittsfeindlich viele Impfgegner sind, andererseits aber auch froh, dass viele sich durch ihre Positionen (Bill Gates, Chipping …) selber diskreditieren.

  5. Gennen Jerome

    Eine Impfung sollte vor allem eine Wirkung zeigt, aber noch nicht einmal das ist bei Grippeviren gesichert. Bedeutet Fortschritt zu begrüßen, dass man sich alles bedenkenlos spritzen lässt nur weil es ja vielleicht helfen könnte? Ich habe mich noch nie gegen ein Grippevirus impfen lassen und werde es auch diesmal nicht tun. Ich finde es absolut unverhältnismäßig was man für die Entwicklung dieses Impfstoffes gerade auffährt. Würde man dieses Geld und die Energie in die Diagnostik, Krankenhäuser, Pflegeheime etc investieren, dann wären wir auf die nächsten Pandemien vorbereitet, egal um welches Virus es ginge.

  6. Elian Schulte

    Immer wieder wird der Vergleich mit einer Grippe gezogen, dabei sollte es inzwischen doch feststehen, dass das Corana-Virus weitaus gefährlicher ist.
    Wer beruflich Kontakt mit Menschen hat, möchte nicht tagtäglich Angst haben, schlimmstenfalls auf der Intensivstation zu landen.
    Wir sollten uns auch nicht durch die günstigen Zahlen blenden lassen: Der Herbst und der Winter kommen definitiv und damit längere Aufenthalte in geschlossenen Räumen. Da wir momentan meilenweit von einer Herdenimmunität entfernt sind, wäre ein Impfstoff ein Segen. Dadurch könnte endlich wieder eine gewisse Normalität erreicht werden.
    Ich bin gegen eine Impfpflicht, aber diese ist dann auch gar nicht mehr nötig: Wer sich nicht impfen lässt und schwer erkrankt, ist halt selbst schuld. Anders als zurzeit kann er dann aber nicht mehr diejenigen anstecken, die sich haben impfen lassen.
    Wichtig ist, dass der Impfstoff weltweit zur Verfügung steht und nicht wie bei Remdesivir 90 Prozent der Produktion in die USA gehen.

  7. Jerome Gennen

    Schlagen Sie mal die Definition des Worts Grippe nach (=eine durch einen Virus verursachte akute Erkrankung der Atemwege). Covid19 ist eine Grippe und es ist nicht der erste und nicht der letzte Coronavirus, der sich pandemisch ausbreitet. Ich will die Gefährlichkeit auch nicht runterspielen. Es ist jedoch einen Tatsache, dass Belgien nicht bereit war und es immer noch nicht ist, um auf solch eine Situation zu reagieren. Als die Pandemie anfing hatten wir nicht die nötige Ausrüstung um schnell zu testen, um die Ausbreitung zu kontrollieren, und wir haben sie heute immer noch nicht! Dabei ist genau dieses Equipment das „A“ und „O“ in einer solchen Situation. Wenn Sie ein Feuer löschen, dann ist es hilfreich auch den Brandherd zu sehen! Der Impfstoff wird mit großer Wahrscheinlichkeit nichts bringen, aber dieser Impfstoff wird uns das Geld kosten, was wir bräuchten um uns auf die nächste Pandemie vorzubereiten.

  8. Elian Schulte

    Allein auf einen Impfstoff alle Hoffunug zu setzen, wäre in der Tat fatal, zumal wir nicht wissen, wann ein solcher zur Verfügung steht.
    Natürlich hat niemand mit einer Pandemie gerechnet, daher ist manches chaotisch verlaufen und nicht jede Maßnahme war wirklich sinnvoll.
    Ich will das nicht entschuldigen, glaube aber, dass so etwas einmal passieren kann; – aber kein zweites Mal.
    Alle europäischen Länder haben noch ausreichend Zeit, sich auf eine zweite Welle im Herbst vorzubereiten.
    Wie wahrscheinlich eine solche ist, sehen wir in Israel, wo sich die Menschen aufgrund der hohen Temperaturen vermehrt in geschlossenen Räumen aufhalten.
    In der ganzen Diskussion vermisse ich schon klare Hinweise darauf, wie man mit steigenden Infektionszahlen im Herbst umzugehen gedenkt.
    Wurden die Kapazitäten an Intensivbetten für einen solchen Fall zwischenzeitlich aufgestockt?
    Von Frau De Block höre ich bedauerlicherweise nichts zum Thema.
    Man muss auf so etwas vorbereitet sein, ohne dass wieder alle Schulen geschlossen, die Wirtschaft heruntergefahren und die Grenzen dichtgemacht werden.