Fünf Millionen Schutzmasken endlich in Belgien angekommen

Die fünf Millionen sehnlichst erwarteten Schutzmasken sind endlich in Belgien angekommen. Das Flugzeug aus Schanghai landete Donnerstagnacht am Lütticher Flughafen. Es hatte ja einen Betrugsfall gegeben und lange Zeit war nicht sicher, ob die Masken jemals ankommen würden. In der Zwischenzeit drohte in Krankenhäusern und Praxen eine Knappheit.

"Drive In" für Coronatests in der Lütticher Citadelle (Bild: Eric Lalmand/Belga)

Drive In für Coronatests in der Lütticher Citadelle (Archivbild: Eric Lalmand/Belga)

Sie hätten schon vergangenes Wochenende ankommen sollen. Und als die Lieferung ausblieb, wurde es in Belgien einigen mulmig zumute. Denn die fünf Millionen Masken vom Typ FFP2 wurden und werden in der Corona-Krise dringend zum Schutz von medizinischem Personal gebraucht. Die belgischen Behörden nahmen Ermittlungen wegen Betrugs gegen eine türkische Firma auf.

Nun sind die Masken doch geliefert worden. Zivilschutz und Militär nahmen sich der Lieferung an. In einem zweiten Schritt sollen die Masken dorthin verteilt werden, wo dringender Bedarf besteht. Luc Partoune, Direktor des Lütticher Flughafens, äußerte in der RTBF die Hoffnung, dass die Schutzmaskenlieferung die angespannte Lage in den Krankenhäusern entschärfen werde.

Am Donnerstagabend waren auch schon hunderttausend Mundschutzmasken in Bierset angekommen. Sie waren eigentlich für Italien bestimmt. Weil das Land aber in der Zwischenzeit über einen anderen Weg beliefert wurde, bleiben sie in Belgien.

In den vergangenen Tagen hatte es auch mehrmals Diebstähle in Krankenhäuser gegeben. FFP2-Masken sind auch auf dem Schwarzmarkt mittlerweile begehrte Ware. Ihr Nutzen zum Schutz vor Corona für den normalen Bürger gilt allerdings als gering.

Virologe Marc Van Ranst geht davon aus, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wahrscheinlich noch über den 10. April hinaus gelten werden. Er vergleicht die Situation mit anderen Epidemien aus der Vergangenheit. Eine gewöhnliche Grippewelle dauere in Belgien rund zehn Wochen. Auch die Corona-Epidemie in Wuhan habe rund zehn Wochen gedauert, sagt Van Ranst.

vrt/rtbf/pe/jp

3 Kommentare
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Globalisierung, Neoliberalismus und ihre Folgen. Eigentlich ist es ein Skandal, dass ein hochentwickeltes Land wie Belgien abhängig ist von Lieferungen aus China.

    Lebenswichtige Medikamente und medizinische Ausrüstung aller Art müssten in Europa hergestellt werden, um stets verfügbar zu sein im Notfall.

    Hoffentlich lernt man aus der Coronakrise. Dass eine gewisse Autarkie sinnvoll ist und dass man nicht alles mit Geld bewerten kann. Hoffentlich begreifen die politisch Verantwortlichen, dass der Mensch im Zentrum des Handels stehen sollte und nicht Finanzmärkte und Börsen. Diese sollen dem Menschen dienen und nicht der Mensch ihnen. Das war der Fehler, den man auch bei der Bewältigung der Finanzkrise gemacht hatte.

  2. Maria van Straelen

    Herr Scholzen, Sie werden mir in letzter Zeit immer sympathischer. Sachlichere Töne und weniger Hasspredigten. Allerdings immer sind die Politiker nicht Schuld, wir haben eine „freie“ Wirtschaft und es sind die Privatunternehmer, die aus Geldgier die Produktion in Billigländer verlegen. Außerdem, und da wären die Politiker gefragt, gibt es keinerlei belgische Industrie. Wir sind Gastarbeiter im eigenen Land, und die ausländischen Firmen sind so schnell wieder weg, wie sie angelockt wurden, wenn woanders bessere Bedingungen geboten werden

  3. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werte Frau van Straehlen. Danke für die Blumen. Nur Hass habe ich nie gepredigt. Wäre bestimmt ein Verstoß gegen die Brf Regelungen. Wenn es um den unvernünftigen und kindischen Greta-Thunberg-Klimarummel und -personenkult geht, können die Worte nicht hart genug sein. Solch eine Kritik ist aber kein Hass. Ist alles im Rahmen der Meinungsfreiheit.

    Politiker sind durchaus verantwortlich für die aktuelle Entwicklung. In der Vergangenheit hat eine Industriepolitik gefehlt. Als die alten Industrien wegbrechen, gab es keinen Ersatz.
    Man verließ sich auf die Kräfte des Marktes, die angeblich alle Probleme lösen. Man glaubte dem neoliberalen Evangelium, wonach man für Geld jede Ware oder Dienstleistungen unbeschränkt weltweit kaufen kann. Jetzt sieht man das Resultat. Schutzmaske und andere simple Waren waren nicht zu bekommen wie gewünscht. Hoffentlich findet jetzt ein Umdenken statt.