König Philippe betraut Sabine Laruelle und Patrick Dewael mit neuer Mission

König Philippe hat entschieden, wen er nach dem zurückgetretenen Koen Geens mit einer neuen Mission betrauen wird. Mittwochabend waren die Vorsitzenden von Kammer und Senat, Patrick Dewael und Sabine Laruelle, zu Gesprächen im Stadtschloss.

König Philippe mit der Sentatsvorsitzenden Sabine Laruelle (MR) und dem Kammervorsitzenden Patrick Dewael (Open VLD) in Brüssel (Bild: Thierry Roge/Belga)

König Philippe mit der Sentatsvorsitzenden Sabine Laruelle (MR) und dem Kammervorsitzenden Patrick Dewael (Open VLD) in Brüssel (Bild: Thierry Roge/Belga)

Nicht einen, sondern zwei Liberale schickt König Philippe in die Arena – einen Flamen und eine Frankophone: den Open-VLD-Politiker Patrick Dewael und die MR-Kollegin Sabine Laruelle.

Es war erwartet worden, dass das Staatsoberhaupt einen flämischen Liberalen mit einer neuen Mission betrauen würde, spekuliert hatten viele aber auf den amtierenden Vizepremier Alexander De Croo.

Was aber mindestens genauso wichtig ist, wie ihre Parteizugehörigkeit, das ist wohl das Amt, das die neuen königlichen Beauftragten bekleiden. Dewael ist Vorsitzender der Kammer, Laruelle Präsidentin des Senats. Sie sind eigentlich die „ersten Bürger“ des Landes, die höchsten Vertreter der Legislative. Und das mag darauf hinweisen, dass der Palast jetzt erstmal sicherstellen will, dass sich der Pulverdampf wieder legt.

Die Mission der beiden dürfte weniger darin bestehen, die eine oder die andere Koalition auszuloten. Ihre Aufgabe dürfte jetzt erstmal sein, die Wogen wieder zu glätten, eben auch mit dem Gewicht ihrer Ämter. Laruelle und Dewael werden versuchen müssen, dafür zu sorgen, dass wieder Ruhe einkehrt, dass das Vertrauen wiederhergestellt wird.

Und das ist auch nötig. Zwischen PS und N-VA scheint das Tischtuch zerrissen. Doch auch die CD&V hegt einen Groll gegen die frankophonen Sozialisten, da PS-Chef Paul Magnette mit seinem klaren Nein zur N-VA dem CD&V-Politiker Koen Geens quasi keine andere Wahl gelassen hatte, als von seiner Mission als Königlicher Beauftragter zurückzutreten. Viele offene Wunden also.

Roger Pint