Nethys: Dermagne widerspricht Expertenberichten von Enodia

In der Auseinandersetzung zwischen Nethys und der wallonischen Regierung um den bereits eingefädelten Verkauf der drei Unternehmen Voo, Elicio und Win durch Nethys hat der zuständige Minister für öffentliche Verwaltung Pierre-Yves Dermagne (PS) den Standpunkt der Regierung untermauert.

Minister Pierre-Yves Dermagne im wallonischen Parlament in Namur (Bild: Bruno Fahy/Belga)

Minister Pierre-Yves Dermagne im wallonischen Parlament in Namur (Bild: Bruno Fahy/Belga)

Der Verkauf der drei Unternehmen sei wegen Unregelmäßigkeiten per Dekret gestoppt, betonte Dermagne am Mittwochnachmittag im wallonischen Parlament. Bei Nethys sieht man das anders. Der Verwaltungsrat hatte noch Dienstagabend bekanntgegeben, dass zwei Expertenanalysen zu dem Ergebnis gekommen seien, dass bei dem Verkauf bisher alles legal abgelaufen sei.

Gleich mehrere Abgeordnete im wallonischen Parlament wollten Dermagne am Mittwoch zu sofortigen Aktionen bei Nethys drängen. Ganz konkret vor allem zur Entsendung eines Kommissars der Regierung, der die Leitung bei Nethys vorübergehend übernehmen soll.

Doch Dermagne ging darauf nicht ein. Bislang hätten die Verantwortlichen bei Nethys und der Muttergesellschaft, der Interkommunalen Enodia, keinen Grund für die Entsendung eines solchen Kommissars geliefert. Alle Forderungen der Regierung seien bislang erfüllt worden.

Zwar sei auch ihm zu Ohren gekommen, dass die Experten, die von Enodia mit der Analyse der Verkäufe durch Nethys beauftragt worden seien, zu anderen Ergebnissen gekommen seien als die Experten der Regierung. Aber: „Unsere Experten sind unabhängig. Bei den Experten von Enodia scheint das nicht der Fall zu sein“, sagte Dermagne.

Es sei die Pflicht von Enodia und Nethys, sich an das Verkaufsverbot für Voo, Elicio und Win zu halten. Und bislang gebe es auch noch keinen konkreten Anlass dafür, vom Gegenteil auszugehen, fügte Dermagne hinzu.

Kay Wagner

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