Hunderte Demonstranten fordern Gerechtigkeit für getötete Mawda

Etwa 600 Personen haben Mittwochabend vor dem Brüsseler Justizpalast Gerechtigkeit für die zweijährige Mawda gefordert und die Einwanderungspolitik der Föderalregierung kritisiert.

Demonstration für mehr Gerechtigkeit für Mawda in Brüssel (23. Mai 2018)

Bild: Nils Quintelier/BELGA

Das Mädchen war bei einer Verfolgungsjagd in einem Kleinbus durch eine Kugel getötet worden. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Innenminister Jambon und des für Asyl und Migration zuständigen Staatssekretärs Theo Francken. Ein Sprecher der Menschenrechtsliga forderte eine unabhängige Untersuchung und erklärte, solche Vorfälle seien die Konsequenz der Migrationspolitik, die Menschen als Kriminelle ansehe.

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belga/cd

8 Kommentare
  1. Jochen Decker

    Traurig, dass es zu dieser Tragödie gekommen ist.
    Es wird aber niemand ernsthaft behaupten, dass auch nur ein einziger an der Aktion Beteiligter absichtlich ein Kind hat erschiessen wollen?

    So zynisch und bösartig kann niemand sein, gleichwohl man nun „Schuldige“ ausgemacht haben will. Es handelt sich um die üblich Verdächtigen.

    Wer nicht bereit ist die Grenzen sofort zu öffnen und die Milliarden Auswanderungswilligen aus Afrika und vielen anderen Ländern mit niedrigerem Lebensstandard ohne wenn und aber ins Land strömen zu lassen, der ist kriminell.

    Die Polizei hat ihre Pflicht getan und ein furchtbares Unglück ist passiert, nicht mehr und nicht weniger.
    Diese Tragödie nun instrumentalisieren zu wollen, um weltfremde Zuwanderungsfantasien durchzudrücken oder missliebige Politiker unter Druck zu setzen, ist menschenverachtend und abscheulich.

  2. Alexander Hezel

    Menschenverachtend ist vor allem die knallharte Abschottungs/Scheuklappen- und Abschiebepolitik, die diese Regierung führt, und die sich dann scheinheilig wundert, dass die Polizei unter politischem Druck ein 2-jähriges Mädchen erschießt, weil sie sich dazu genötigt fühlt, Abschiebungszahlenvorgaben zu erfüllen, als Cowboy aufzutreten und Vergeltungsmaßnahmen durchzuführen.

    Falls es noch nicht aufgefallen ist, die NV-A versucht über alle unlauteren Mittel, den belgischen Staat, seine Rechtsordnung und seine ethische und gesellschaftliche Ordnung aus den Angeln zu heben. Es ist kein Zufall, dass die NV-A das Innenministerium, Finanzministerium und Ministerium für den öffentlichen Dienst vereinnahmt hat. Die Taktik ist, den Staat von innen auszuhöhlen, Gelder zu streichen wo es nur geht, und Belgien zu Fall zu bringen, und mit ihm die Gesellschaft, um aufzuzeigen, dass Belgien nicht lebensfähig ist und demnach nur der grandiose unabhängige Staat Flandern eine Daseinsberechtigung hat, der dann in autoritärer Manier unter König Bart, dem ach-so-Gütigen (aber nur für Flamen), „selbstverwaltet“ wird.

  3. Carl Schumacher

    Dieser bedauerliche Vorfall hat nichts, aber auch gar nichts mit der belgischen „Abschottungs/Scheuklappen- und Abschiebepolitik“ zu tun.
    Die Polizei hat ein Fahrzeug anhalten wollen, von dem sie nicht wussten wer darin sass oder wieviele Personen. Es konnte sich ebensogut um Terroristen, Mörder, Diebe, Migranten oder um einen Skatclub handeln.
    Die Fahrer des Fahrzeuges sind nicht nur geflüchtet sondern haben auch, wie es scheint, ihr Fahrzeug als Waffe eingesetzt. Schuld an dem Vorfall ist der Fahrer des Fahrzeuges und in einem gewissen Masse auch die Insassen, die nicht nur Verbrecher beauftragt und bezahlt haben, sondern sich im nachhinein auch noch weigerten die Verantwortlichen zu bezeichnen. Die Eltern sollten den Ball flach halten, sie sind nicht nur mitschuldig, sie weigern sich auch noch die Verantwortlichen zu benennen und so einer Strafe zuzuführen.

  4. André Schmidt

    Natürlich ist dies ein sehr tragischer Vorfall. Dass die Familie nun alle Schuld auf die Belgische Politik schiebt ist aber schon ein deutliches Zeichen, dass sie unsere Gesetze nicht anerkennen (und auch nie anerkennen werden).
    Die Familie von Mawda verbrachte die letzten Wochen im Auffanglager Dünkirchen. Dabei sind sie schon mehrere Male ausgewiesen worden. Ein erstes Mal in Deutschland, dann in England.
    Eine Woche vor ihrem Tod wurde die Familie dann aus einem Lastwagen in Turnhout geholt wobei sie den Befehl bekamen, dass Land umgehend zu verlassen. Einige Tage später wurden sie aus einem Kühlwagen in Veurne gerettet, wo sie total unterkühlt und dem Tode nahe waren. Danach wieder der Befehl, dass Land zu verlassen. Das dritten mal endete tragisch.
    Falls sie es aus ihrem Land gewohnt sind Gesetze nicht folgen, dann sind sie hier auch fehl am platz.

  5. Alexander Hezel

    Die Eltern sind also Schuld daran, dass ihr Kind erschossen wurde? … sprachlos.

  6. Edgar Fink

    @ Alexander Hezel
    Sprachlos? Endlich! Sie verkennen nämlich ein wenig die Situation. Ja, auch die Eltern tragen eine gewisse Mitschuld am Tod ihres Kindes. Herr Schmidt (siehe oben) hat die bisherigen Geschehnisse, Situationen und Etappen kurz beschrieben. Gegenfrage, würden sie ihren Kindern solche Strapazen und Gefahren aussetzen?

  7. Alexander Hezel

    Die Eltern sind also schuld, dass sie ein besseres Leben für ihre Familie gesucht haben?
    Rhetorische Gegenfrage zur sinnlosen Gegenfrage: würden sie nicht auch alles erdenkliche tun in der Hoffnung auf eine besseres Leben?

    Keine Bange, ich werde ihnen nicht den Gefallen tun, lange sprachlos zu bleiben, und werde weiterhin die geistige und menschliche Armseligkeit und Kälte gewisser Kommentatoren und Politiker in dem Fall hier anprangern.

  8. Edgar Fink

    @ Alexander Hezel
    hier ist bisher niemand, der ihnen verboten hat ihre oft obstruse Meinung zu vertreten. Ihre zeitweilige Sprachlosigkeit haben sie sich selbst verordnet (siehe oben).