Dank u Papa Pinkpop

Die offizielle Verabschiedung von "Mr. Pinkpop" Jan Smeets war mit Sicherheit der emotionalste Moment der 51. Ausgabe. Nach 50 Ausgaben an der Spitze wurde er am Samstag auf der Hauptbühne, kurz vor dem Auftritt von Pearl Jam, in den Ruhestand geschickt.

Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder beim Pinkpop 2022 (Bild: Paul Bergen/ANP/AFP)

Pearl-Jam-Sänger Eddie Vedder beim Pinkpop 2022 (Bild: Paul Bergen/ANP/AFP)

Die 51. Ausgabe des Pinkpop-Festivals erfüllte bislang alle Erwartungen. Von Midlife-Crisis ist bei dem ältesten Festival der Niederlande keine Spur, auch weil eine gute Mischung aus neuen, aufstrebenden Künstlern und altbewährten Kräften gefunden wurde.

Die altbewährten Zugpferde wie Metallica am Freitagabend oder Pearl Jam am Samstag sind quasi schon Garanten für ein gelungenes Festival, denn im Prinzip liefern sie genau das, was die Festivalwiese, oder in diesem Fall das Megaland-Gelände, die alte Trabrennbahn, hören möchte. Hits, die millionenfach auf Platte, CD oder auch Kassette verkauft wurden und mittlerweile auch millionenfach im Internet gestreamt wurden.

Um es in Anlehnung an Pearl Jam zu sagen: Das Pinkpop-Festival ist mehr alive denn je und hat die Midlife-Crisis gut überstanden. Die Zuschauerzahlen sprechen für sich.

Mr. Pinkpop Jan Smeets

Jan Smeets (Archivbild: Bart Heemskerk/Pinkpop-Festival)

A propos Pearl Jam: Kurz vor deren Auftritt gab es beim Pinkpop einen echten Gänsehautmoment. Kurz nach 21 Uhr am Samstagabend wurde Jan Smeets noch einmal zum Abschied in den Ruhestand auf die Hauptbühne gerufen. Schon im Backstage-Bereich wurden Blumen geworfen, ehe es auf die Bühne ging. Was dann folgte, war ohrenbetäubender Lärm für den Vater des Festivals.

Mit 25 Jahren hat Jan Smeets das erste Pinkpop-Festival organisiert. 50 Jahre lang hat er viele Stars in die Region geholt – seit 33 Jahren auf das Megaland-Gelände in Landgraaf. Bruce Springsteen, Paul McCartney oder auch die Rolling Stones waren auch für Smeets persönliche Highlights von vielen starken Pinkpop-Momenten. Aber auch in den schwierigen Zeiten, als dem Pinkpop das Aus drohte, war Smeets ein harter Hund und hat für den Erhalt seines Festivals gekämpft.

Smeets war für die Festival-Besucher oft wie ein Vater. Gebetsmühlenartig kam er bei starkem Sonnenschein immer auf die Bühne und bat das Publikum sich mit Sonnencreme einzureiben. „Smeer je in“ hatte fast schon Kultcharakter und ist nur eines von vielen Beispielen.

Nun gab es den gebührenden Abschied von seinem Festival und seinen geliebten Festivalbesuchern. „All you need is love“, dieser Song der Beatles ertönt immer traditionell am Ende einer jeden Pinkpop-Ausgabe. Diese Liebe zur Musik und für das Pinkpop-Festival wird wohl unvergessen bleiben.

Christophe Ramjoie