Poesie und Widerstand: Liedermacher Konstantin Wecker gastiert bei der BRF-Liedernacht

An diesem Montag findet im Triangel St. Vith die 29. BRF-Liedernacht statt. Neben dem St. Vither Singer-Songwriter Andy Houscheid ist mit Konstantin Wecker einer der bedeutendsten deutschen Liedermacher mit dabei. Konstantin Wecker wurde 1986 bei der ersten BRF-Liedernacht mit der Ehrenantenne des Belgischen Rundfunks ausgezeichnet.

Konstantin Wecker (Bild: Thomas Karsten)

Konstantin Wecker (Bild: Thomas Karsten)

„Man darf und muss die Wut haben, aber handeln muss man aus Liebe.“ Wut und Zärtlichkeit, Poesie und Widerstand, so könnte man die Lebensmaxime von Konstantin Wecker auf den Punkt bringen. Konstantin Wecker gehört seit fünfzig Jahren zu den herausragenden deutschen Künstlern. Er ist Sänger, Poet, Schauspieler, unermüdlicher Chronist des Zeitgeschehens, ein Künstler, der sich nie verbiegen ließ und kein Blatt vor den Mund nimmt.

Wecker ist aber nicht nur ein Mann des Wortes, sondern auch der Musik. Als Kind lernte er Klavier, Geige und Gitarre und so studierte er auch in den 1960er Jahren Musik.

„Die 1960er und 1970er Jahre waren geprägt von den Weiterentwicklungen der seriellen Musik, das war nicht meine Welt. Es ist verständlich und nachvollziehbar, dass man sich nach den Erfahrungen der Hitler-Zeit ganz im Sinne Adornos vom Irrationalen und vom mystisch-verklärtem Schönklang fortbewegte, rationellere Musik schreiben wollte, aber das war nicht meine Welt“, sagt er.

So machte sich Konstantin Wecker schon 1968 in der Münchener Kleinkunstszene eine Namen. Der nationale Durchbruch gelang ihm 1977 mit dem Album „Genug ist nicht genug“. Darauf findet sich die Ballade Willy, die Geschichte eines Freundes, der von Rechtsradikalen erschlagen wurde. Dieses Lied wurde Kult und bis heute hat Wecker zahlreiche neue Fassungen dieses Talking Blues hinzufügen müssen.

Das Aufkommen von Pegida und AfD treibt Wecker immer wieder an, sich zur Wehr zu setzen, seine Meinung zu sagen und zu singen. Da ist Wecker immer politisch. Obwohl – ist nicht auch Poesie politisch?

1986 zeichnete der BRF Konstantin Wecker mit seinem Liedermacherpreis aus, nur eine Auszeichnung neben vielen, wie dem Deutschen Kleinkunstpreis, dem Tucholsky-Preis, dem Bayerischen Kabarettpreis, dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik oder dem Jahrespreis der Liederbestenliste.

Bei der BRF-Liedernacht wird Wecker mit seinem langjährigen musikalischen Wegbegleiter Jo Barnikel sein Programm „Solo zu zweit“ präsentieren. Sicher werden neben neuen Liedern auch einige Klassiker zu hören sein: „Genug ist nicht genug“, „Empört Euch“ oder „Ich singe, weil ich ein Lied hab“.

Konstantin Wecker unterstützt seit einigen Jahren auch junge Künstler, die „ein Lied haben“, und veröffentlicht auf seinem eigenen Label ‚Sturm und Klang‘ deren CDs. Einer dieser Künstler ist der St. Vither Andy Houscheid. Da war es naheliegend, Andy Houscheid ebenfalls zur BRF-Liedernacht einzuladen.

Karten zur Liedernacht am 12. August, die der Belgische Rundfunk auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit Arsvitha und dem Ostbelgienfestival veranstaltet, gibt es im Triangel St.Vith oder online.

Hans Reul

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5 Kommentare
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Und was will uns dieser ewiggestrige Wecker Namens Konstantin nun eigentlich sagen. Dass er ein Freund der Führerin Merkel ist? Dass die BRD das beste Deutschland aller Zeiten ist? Das allersicherste Land aller Zeiten? Wo niemand am Hungertuch nagen muss und keine Dumpinglöhne herrschen? Und wo die Natur doch so intakt ist wie nirgends wo sonst auf der Welt?

    Oder will er uns nur erklären in seinen langweiligen Chanssons, wer ihm damals das Koks untergejubelt hat?

  2. Ernst Mathieu

    Sehr geehrter Herr Drecher, Sie scheinen ja in einer sehr traurigen Welt zu leben.
    Ich kenne Herrn Wecker nur von hören sagen. Vermute aber, er singt für Leute die ihn und seine Lieder mögen. Die andern können ja einfach was anderes hören.
    Nach diesem Motto lebt sich besser.

  3. Werner Radermacher

    Herr Drescher, Sie haben hier schon oft für die kommunistische PTB und für eine vereinigte Linke Werbung gemacht. Der Wecker trat 2017 auf dem Parteitag der deutschen Linkspartei auf, ist für eine Vereinigte Linke und kaum für „Dumpinglöhne“. Wecker müßte doch eigentlich zu ihrer Welt gehören.
    Und Ihr Hass auf Deutschland und die großartige Bundeskanzlerin Merkel hat mit einer realen Welt auch nichts zu tun.

  4. Jean-Pierre DRESCHER

    Nein, kein Hass auf Deutschland. Ganz im Gegenteil. Es ist schwer zu ertragen, wie in Deutschland und einigen anderen Ländern die Kleinen Leute des ehemaligen Mittelstandes für eine absolut total gescheiterte Politik mit ihrem Geld, ihrer Gesundheit oder sogar ihrem Leben zahlen müssen, wie die Natur systematisch zubetoniert wird, Millionen Menschen obdachlos sind.

    Einem Volk dann noch mitten in der großen Krise kollektive Schuld zuzuweisen für Verbrechen wie die der NS-Diktatur darf man nicht einfach hinnehmen. Grönemeyer und Wolfgang Niedecken, der als Deutscher in einer Gated-Community ein lustiges Leben des Großkapitals führt, und anscheinend auch dieser Wecker sind Beispiele für Dinge die ich nicht akzeptieren kann. Aber vielleicht sind diese Voyeure einschließlich der großen BRD/EU-Politiker ja bereit, privat 95 Prozent ihres üppigen Millionvermögens an einen sozialen Verein zu spenden, um einen Teil der Opfer des NS-Regimes bzw. deren Nachkommen für dieses Verbrechen privat zu entschädigen. Das wäre doch mal was.

  5. Walter Theissen

    Herr Drescher, wer ist hier der ewig Gestrige? Wer so wie Sie immer und überall in allem immer nur das Negative sieht, kann einem einfach nur leidtun. Sie haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, sich dieses einmalige Konzert eines der letzten großen Meister der Poesie und Liedermacher anzuhören und wollen trotzdem schon wieder alles zerreißen. Die mehr als 500 Anwesenden waren jedenfalls hellauf begeistert über die Lyrik, die Leidenschaft und das musikalische Können von Konstantin Wecker. Minutenlange „standing ovations“ können nicht täuschen. Das war ein wunderbarer Abend mit einem stets menschgeblieben und bescheidenen Meisters seines Faches. Was er zu sagen hatte verdient Anerkennung und Beachtung. Begriffe die Ihnen offensichtlich abhanden gekommen sind. Danke Konstantin Wecker für diesen unvergesslichen Abend.

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