Lüttich stellt 18 moderne Kunstwerke aus

Nach Namur im Jahr 2011, Tournai im Jahr 2014 und Charleroi im Jahr 2017 findet die vierte Ausgabe der Veranstaltung "Kunst im öffentlichen Raum" jetzt in Lüttich statt: an 18 Orten quer durchs Zentrum verteilt. Am Samstag wird die Open-Air-Ausstellung offiziell eröffnet.

"Kunst im öffentlichen Raum" in Lüttich (Bild: Jessica Defgnee/Belga)

Bild: Jessica Defgnee/Belga

18 Künstler präsentieren ihre Werke an 18 verschiedenen Ecken der Stadt – von der Place du XX Août bis zur Place Cathédrale, und von der Rue Saint-Paul zur Place de la République Française. Da steht zum Beispiel vor einer Bushaltestelle eine imposante Hand aus Bronze, die mit Daumen und Zeigefinder ein Herz formt. „Liège Love City“ lautet der Titel. In einer Straße hat eine Graffiti-Künstlerin eine drei Stockwerke hohe Hauswand mit dem Bild einer Taube dekoriert. Auf dem Platz vor der Lütticher Kathedrale steht eine Fotoinstallation, die vor der Corona-Krise geschaffen wurde, aber erstaunlich gut zur Aktualität passt.

Pierre Henrion ist Professor an der Akademie der Schönen Künste in Lüttich und Mitglied im Kulturausschuss der Wallonie, der die Ausstellung initiiert hat – nach einem Konzept, das schon in Namur, Tournai und Charleroi erfolgreich umgesetzt wurde.

"Kunst im öffentlichen Raum" in Lüttich (Bild: Jessica Defgnee/Belga)

Bild: Jessica Defgnee/Belga

Jeder der ausgesuchten Künstler wurde dem Konzept nach zu einem Rundgang durch Lüttich eingeladen und durfte sich einen Ort für die Installation aussuchen, erklärt Professor Pierre Henrion. Für die Umsetzung wurde den Künstlern freie Hand gegeben. Auflagen gab es keine – es sei denn, dass sich das Kunstwerk in die städtebaulichen Begebenheiten der Stadt einbetten musste. Auch Installationen in direkter Nähe zur Straßenbahntrasse, die momentan gebaut wird, waren nicht erlaubt.

Obwohl jeder Künstler frei entscheiden konnte, wo er sich niederlässt, gibt es etwas, das alle verbindet, sagt Professor Pierre Henrion. Alle reagierten auf ihr neues Umfeld – auf die Natur und die Architektur – vor allem aber auf den Menschen. Ob diese jetzt dort arbeiten oder leben oder nur vorbeiziehen – alle Künstler wünschten sich einen Dialog mit dem Publikum.

"Kunst im öffentlichen Raum" in Lüttich (Bild: Jessica Defgnee/Belga)

„Liège Love City“ (Bild: Jessica Defgnee/Belga)

Ganz konkret wird die Interaktion am Beispiel der vorhin beschriebenen bronzenen Hand. Der Künstler lädt jeden, der das Werk betrachtet, ein, auf den Betonsockel selbst ein kleines Herz zu malen und die Initialen hineinzuschreiben.

Vier Objekte hat die Stadt mit Unterstützung der Wallonischen Region angekauft. Es handelt sich um zwei Fresken und vier Skulpturen – sie werden das Lütticher Kulturerbe dauerhaft bereichern. Auch das ist das erklärte Ziel von „Art Public“.

Die Open-Air-Ausstellung im Stadtzentrum von Lüttich wird am Samstag, 1. August eröffnet. Zu sehen sind die Werke bis Ende Oktober. Es werden auch Führungen durch den gesamten Kunst-Parcours angeboten. Leider sind momentan aber alle Plätze belegt. Die Verantwortlichen bemühen sich jedoch darum, neue Angebote zu schaffen. Genaue Informationen gibt es unter artpublic.be.

Judith Peters

2 Kommentare
  1. Gerd Melchior

    Gibt es einen Guide, der die Orte auflistet wo die Kunstwerke stehen?

  2. BRF Web

    Ja, auf der Seite artpublic, die im Text genannt wird, unter dem Menüpunkt „Informations“.