Migrantes: Retrospektive von Cristian Pineda in Eupen

Fast 70 Millionen Menschen waren Mitte 2018 auf der Flucht. Eine unfassbare Zahl, hinter der leider viel zu oft die Einzelschicksale der Betroffenen verschwinden. Genau diese Geschichten will Cristian Pineda sichtbar machen. Der Künstler stammt aus Mexiko und lebt teilweise in Eupen. In seiner Retrospektive im Alten Schlachthof zeigt er eigene und fremde Migrationserfahrungen.

Migrantes: Retrospektive von Cristian Pineda in Eupen (Bild: Anne Kelleter/BRF)

Migrantes: Retrospektive von Cristian Pineda in Eupen (Bild: Anne Kelleter/BRF)

27 Wanderer begrüßen den Besucher in der Galerie des Alten Schlachthofs. Jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte, einen anderen Weg hinter sich und unterschiedliche Vorstellungen von dem, was ihn erwartet.

Die Figuren entstanden in einer Herberge für Migranten auf der Flucht durch Mexiko in die USA: „Wir suchen uns Personen, die interessiert sind, ihre Erfahrungen durch diesen Prozess zu teilen. Dann stellen wir ihnen eine ganze Reihe Fragen, um sie zu sensibilisieren. Sie selbst setzen ihre Geschichte dann künstlerisch um“, erklärt der Künstler Cristian Pineda.

Partizipative Kunst heißt der Ansatz. Die Menschen sollen selbst ihre Geschichten erzählen, nicht jemand anders. Für den Künstler geht es darum, über mehrere Tage eine Vertrauensbasis zu schaffen, dank der Menschen sich öffnen und ihre Erfahrungen und Träume verarbeiten können. Als Künstler habe er Zugang zu verschiedenen Ausdrucksformen, sagt Pineda.

Diese will er den Flüchtenden zur Verfügung stellen, damit ihre persönlichen Geschichten nicht untergehen: „Als ich klein war, sah ich immer Migranten oben auf den Zügen mitreisen. Ich sah, wie die Leute ihnen halfen, ihnen Essen gaben und so weiter. Jahre später hatte sich diese Hilfsbereitschaft in brutale Gewalt gegen Migranten und massive Festnahmen verwandelt. Das Thema hatte sich radikalisiert und das hat mich wach gerüttelt.“

Das Thema Migration hat Cristian Pineda erst als Flüchtlingshelfer, dann als Menschenrechtsaktivist, und seit 2006 auch als Künstler beschäftigt. Seitdem hat er mehrere Projekte durchgeführt. 2013 auch in Eupen. Die „Lebensdosen“ zeigen außen das Herkunftsland eines Geflüchteten und innen seine persönliche Geschichte.

Was Migration im kulturellen Sinn bedeutet, hat Cristian Pineda auch selbst erlebt. Seine erste Zeit in Belgien hat er in der Serie „Nomadentum und Eigentümlichkeiten“ verarbeitet: „Ich habe die Unterschiede, die einem Migranten in einem anderen Land begegnen, am eigenen Leib erlebt. Sprache, Essen, Kultur und selbst die Art und Weise, wie Menschen interagieren, ist unterschiedlich. Heute denke ich aber vor allem, dass mir das hilft, andere Migranten zu verstehen.“

Die Ausstellung „Menschliche Migration“ ist noch bis zum 7. April zu sehen. Die Vernissage findet am Donnerstagabend statt. Der Eintritt ist frei. Ab dem Wochenende ist die Ausstellung jeden Samstag von 13:00 bis 18:00 Uhr und sonntags zwischen 11:00 und 18:00 Uhr geöffnet.

ake/mg

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Ein Kommentar
  1. Bernardo Castillejos López

    CRISTIAN PINEDA, es y ha sido un ARTISTA que demuestra mucha sensibilidad en sus OBRAS, es una persona altruista que constantemente apoya a sus semejantes principalmente a los inmigrantes.
    Esto lo ha vivido el mismo en su constante andar, ha estado en diferentes lugares, en donde a logrado observar los diferentes movimientos de los migrantes.
    Lo felicito por esta exposición y deseo que continúe cosechando éxitos en su carrera como ARTISTA VISUAL.
    FELICIDADES CRISTIAN PINEDA.

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