Tod im Hohen Venn: Mit Autor Stephan Haas auf Spurensuche

Das Hohe Venn kann schaurig und schön zugleich sein - und eignet sich dadurch als Handlungsort für einen Kriminalroman perfekt. "Tod im Hohen Venn" ist das zweite Werk des Eupeners Stephan Haas und der zweite Fall für Ermittler Piet Donker. Dieser Fall führt ihn ins Hohe Venn und die umliegenden Dörfer.

Stephan Haas mit seinem Buch "Tod im Hohen Venn" (Bild: Lena Orban/BRF)

Stephan Haas mit seinem Buch "Tod im Hohen Venn" (Bild: Lena Orban/BRF)

Das Hohe Venn – bedeckt von einer leichten Schneeschicht – hier treffen wir Autor Stephan Haas. Neben Ermittler Piet Donker spielt nämlich in seinem aktuellen Kriminalroman auch die Gegend eine Hauptrolle. „Die unendliche Weite dieser jahrhundertealten Urlandschaft wirkte wie aus grauer Vorzeit. Für die Gegend charakteristisch war ein nährstoffarmer Boden, über den sich nur langsam und mit viel Mühe Pfeifengras gelegt hatte. Alle paar Meter stach ein kleiner Baum hervor, doch ehe die junge Pflanze richtig wachsen konnte, war sie bereits in ihrer Existenz bedroht.“ („Tod im Hohen Venn“, Seite 12)

Als Ostbelgier kennt Stephan Haas das Hohe Venn nur zu gut als Ausflugsziel, was aber macht das Hohe Venn als Handlungsort für einen Krimi so interessant? „Die Frage kann man beantworten, indem man sich hier umblickt. Man sieht diese weite Landschaft, die auch sehr karg ist und teilweise arktisch wirkt. Diese Moorlandschaft hat etwas Mysteriöses an sich und das wollte ich in meinem Buch unterbringen.“

In „Tod im Hohen Venn“ ist Ermittler Piet Donker im Ort Weybach unweit des Hohen Venns unterwegs – privat, um eine Staffelei für seine Tochter abzuholen. Dort bekommt er mit, dass eine dreiköpfige Familie verschwunden ist. Schnell stürzt er sich zusammen mit Kollegen in die Ermittlungsarbeit. „Tom Keyzer wurde das letzte Mal gestern gegen 16 Uhr in seiner Werkstatt gesehen. Der erste Termin von heute Morgen war für 8:30 Uhr eingetragen. Das heißt, irgendwo dazwischen ist er verschwunden. Seine Frau Grit Keyzer ist gestern Abend gegen 18 Uhr in Brüssel nach einem Kundenbesuch losgefahren, gegen 22 Uhr wurde der Land Rover im Graben im Nachbarort gefunden. Und der Sohn, Paul Keyzer, wurde zuletzt von seiner Freundin Ellie in der Nähe der Party am See gesehen.“ („Tod im Hohen Venn“, Seite 74)

Nach Feierabend schlüpft Stephan Haas in die Rolle des Buchautors. Nach seinem Debüt-Roman „Belgische Finsternis“ hat er fleißig weiter geschrieben, inzwischen ist sogar Buch Nummer drei in der Mache. „Ein Buch zu schreiben war immer ein Traum. Schon als Student habe ich darüber nachgedacht. Das war das aber eher ein Hintergedanke. Aber mit der Geburt unserer ersten Tochter war das so ein „Jetzt-oder-Nie“-Moment bei mir. Dann habe ich gesagt „Du machst das jetzt richtig, bevor du es irgendwann bereust“.“

Leser auf die Folter spannen

Spannung erzeugt Stephan Haas bereits auf den ersten paar Seiten. Der Leser wird zum Teil sehr auf die Folter gespannt und auch hinters Licht geführt. Über die Handlung soll an dieser Stelle aber nicht zu viel verraten werden. Stattdessen erklärt der Autor, wie viel von ihm selbst in der Hauptfigur des Ermittlers Piet Donker steckt. „Ich denke, dass ich gewisse Teile in der Figur drin habe, die von mir stammen. Piet Donker ist Anfang 40, ich bin Ende 30. Piet Donker brennt für seinen Beruf – der möchte unbedingt einen begonnenen Fall zu Ende bringen und er ist ein Gerechtigkeitsfanatiker. Das heißt, er hat mit allem, was nicht in Ordnung ist, ein Problem.“

„Am Straßenrand hatten sich knapp ein Dutzend Polizisten versammelt, die Hälfte von ihnen trug Leuchtwesten. Sie schienen gerade am Ende eines Suchabschnitts angekommen zu sein und eine Pause eingelegt zu haben. Fred Malherb, der den Sucheinsatz leitete, hielt eine aufgefaltete Karte in den Händen und blickte missmutig auf das weite Feld, das sich vor ihm ausbreitete.“ („Tod im Hohen Venn“, Seite 139)

„Tod im Hohen Venn“ ist letztes Jahr erschienen.

„Tod im Hohen Venn“: Neuer Roman von Stephan Haas

Lena Orban