Napoleon-Ausstellung in Lüttich eröffnet

Die erste Ausstellung von "Europa Expo" fand vor 30 Jahren in Welkenraedt statt. 250.000 Besucher kamen, um sich Werke des belgischen Comiczeichners Hergé anzusehen. Seit einiger Zeit, um einige Ausstellungen und Erfahrungen reicher, stellt "Europa Expo" in Lüttich aus. "Napoléon - au-delà du mythe" (Napoleon - jenseits des Mythos) heißt die aktuelle Ausstellung, die am Samstag eröffnet wurde.

Bild: Andreas Lejeune/BRF

Ausstellung über Napoleon im Lütticher Bahnhof Guillemins (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Ob Bücher, Kinofilme oder Dokumentationen – über Napoleon Bonaparte ist das Meiste wohl schon gesagt. Umso größer ist da die Herausforderung, eine Ausstellung über den französischen Feldherrn auf die Beine zu stellen. Das weiß auch Alain Mager von Europa Expo. Objektiv, sorgfältig und ohne Tabu soll Napoleon dargestellt werden, betont er. Dabei werde kein Thema vernachlässigt. So widmet sich ein Teil der Ausstellung der Wiedereinführung der Sklaverei, die unter Napoleons Herrschaft stattgefunden hat.

Die Ausstellung ist nicht chronologisch angeordnet. Sie beginnt mit der Verbannung Napoleons auf St. Helena. Der Besucher wird mit einer Reihe von Themen konfrontiert. Dazu gehört beispielsweise auch die Einführung des Code civil, den Napoleon in Auftrag gab und mitverfasste. Das mehr als 200 Jahre alte Zivilrecht, das auf Werten wie Gleichheit und Freiheit basiert, bildet auch in weiten Teilen die Grundlage des heutigen belgischen Zivilrechts. Originale, wie eine Erstfassung des Code civils von 1804, veranschaulichen und beleben die Ausstellung.

Einen großen Beitrag zu den Exponaten hat der französische Medienunternehmer und Sammler Bruno Ledoux geleistet. Dazu kommen Exponate anderer Museen und Sammler. So kommt die Ausstellung auf mehr als 300 Originale, darunter eine Guillotine aus der Zeit nach der Revolution oder verschiedene Reise-Utensilien Napoleons. René Schyns, Generalkommissar bei Europa Expo betont, dass es nicht einfach sei, so viele Originale an einem Ort zu versammeln. Umso glücklicher sei er über das Endergebnis.

In „Napoléon – au-delà du mythe“ taucht der Besucher in die Welt des vor 200 Jahren verstorbenen Napoleons ein. Das kostet Geld: insgesamt 3,5 Millionen Euro beträgt das Budget der Ausstellung. Subsidien und Sponsoren decken nur einen Bruchteil der Kosten. René Schyns hofft umso mehr, dass die Besucherzahlen trotz Corona stimmen werden. Zwei Mal hatte Napoleon Lüttich besucht. Die Ausstellungsmacher von Europa Expo hoffen, dass möglichst viele seinem Beispiel folgen und so das ein oder andere Neue über Napoleon erfahren.

Andreas Lejeune

2 Kommentare
  1. Brigitte Ivan

    Der Beitrag macht Lust die Ausstellung zu besuchen. Wenn es trotz Corona die Möglichkeit gibt, werde ich kommen.

  2. Christel Sümnich

    Gerne würde ich die Ausstellung besuchen, aber Corona wird es zu verhindern wissen, da ich in D lebe und zurzeit B nicht besuchen kann.