EU-Staaten: Neuwagen in EU sollen ab 2035 emissionsfrei sein

In der Europäischen Union sollen ab 2035 nur noch klimaneutrale Neuwagen verkauft werden. Darauf einigten sich die für Umwelt zuständigen Minister der 27 Staaten in der Nacht zu Mittwoch.

Elektromobilität (Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Ein finaler Kompromiss muss nun mit dem EU-Parlament ausgehandelt werden. Dieses will ein komplettes Aus für neue Autos mit Verbrennungsmotor ab 2035. Die EU-Staaten sprachen sich dafür aus, die sogenannten Flottengrenzwerte für Autos bis 2035 auf null zu senken.

Diese Grenzwerte sind Vorgaben für die Hersteller, wie viel CO2 ihre produzierten Autos und Transporter im Betrieb ausstoßen dürfen. Damit dürften ab 2035 keine herkömmlich betriebenen Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden.

dpa/cd

2 Kommentare
  1. Philip Vise

    „Denn Sie wissen nicht, was sie beschließen …“ kann man dazu nur noch frei nach der Bibel antworten.

    Nicht nur die extreme Einschränkung der Mobilität von Millionen Europäern wurde damit verabschiedet. Gleichzeitig werden die CO2-Zertifikate verknappt, was extreme Preissteigerungen bei den Heizkosten zur Folge haben wird.

    Belgien müsste also in den nächsten 20 Jahren die anderthalbfache Leistung von Tihange neu zubauen und nebenbei große Teile des Niederspannungsnetzes erneuern.
    Die Bevölkerung muss dann nur noch subventionsfreie Elektroautos kaufen, ihre Gas- und Ölheizungen ausbauen, das Haus dämmen, Wärmepumpen einbauen, die Elektroinstallation renovieren und den Stromanschluss erneuern.

    Dabei fehlen schon jetzt Fachkräfte, Handwerker und Material, von den Preisen ganz zu schweigen.

    In den Niederlanden können wir aktuell schauen, was uns bevorsteht. In den niederländischen Provinzen Niederländisch-Limburg und Nordbrabant können neue Supermärkte, Fabriken, Schulen, … aktuell nicht mehr ans Stromnetz angeschlossen werden.

    Schönen Gruß und bis zur nächsten Wahl liebe Volksvertreter.

  2. Gerhard Schmitz

    Die deutsche Regierung hat „sich auf eine gemeinsame Position beim möglichen Aus von Verbrennungsmotoren in Europa geeinigt. Demnach sollen Autos auch nach 2035 mit Verbrenner zugelassen werden können, wenn sie sogenannte E-Fuels nutzen.“ (Tagesschau vom 28.6.2022)

    Kleines Rechenbeispiel: Grob geschätzt werden derzeit pro Europäer insgesamt rund 1t Kraftstoff im Güter- und Personenverkehr pro Jahr verbraucht. PV-Anlagen können rund 500 MWh Strom pro Jahr und pro Hektar liefern. Um ein kg Benzin/Diesel aus Wasser und Luft zu gewinnen, werden rund 20 kWh Strom benötigt. Um also den gesamten Kraftstoffbedarf Europas in Form von E-Fuels abzudecken, würde eine PV-Fläche von rund 18.000.000 ha bzw. 180.000 km2 benötigt, das entspricht etwa 20% der Fläche der südeuropäischen Länder, oder etwa 7% der Fläche Algeriens bzw. 2% der Fläche der Sahara.

    Deutschland will übrigens rund 2% der Fläche Deutschlands für Windanlagen bereitstellen. Insofern ist die Idee der E-Fuels gar nicht so abwegig.