Griechenland baut schwimmendes LNG-Terminal

Mit einem schwimmenden Flüssiggas-Terminal will Griechenland sich selbst und andere Staaten in Südosteuropa ab dem Jahr 2023 mit Gas versorgen.

LNG-Tanker (Illustrationsbild: Sebastien Salom-Gomis/AFP)

LNG-Tanker (Illustrationsbild: Sebastien Salom-Gomis/AFP)

Am Dienstag haben südlich der Hafenstadt Alexandroupolis die Bauarbeiten für die Plattform begonnen. Dabei anwesend waren der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, EU-Ratspräsident Charles Michel und führende Politiker aus Bulgarien, Serbien und Nordmazedonien.

Michel sagte bei dem Festakt, das Vorhaben sei ein Meilenstein für die Energie Europas. Durch die schwimmende Plattform werde die Abhängigkeit vom russischen Erdgas vermindert. Er versicherte, dass die EU weiter solche Projekte finanzieren werde.

Mitsotakis versprach, das Gas aus russischen Quellen bald zu ersetzen. Die jüngsten „Erpressungen Moskaus“ würden keinen Erfolg haben. Auch Bulgarien beteiligt sich an dem rund 400 Millionen Euro teuren Projekt. „Der Druck, den Moskau ausübt, wird nichts bewirken“, sagte Ministerpräsident Kiril Petkow. Erst in der vergangenen Woche hatte Russland für Bulgarien und Polen einen Gaslieferstopp veranlasst. Athen sagte dem Nachbarn daraufhin Unterstützung zu.

Das schwimmende Terminal soll jährlich rund 5,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas umschlagen können. Kandidaten für Lieferungen des Rohstoffs sind unter anderem Algerien, Katar, Ägypten und die USA. Das Gas soll von Alexandroupolis aus über Pipelines weitergeleitet werden. Mit der ersten Lieferung wird in etwa 20 Monaten gerechnet.

dpa/est