Nach Protesten in Russland: Ruf nach weiteren Sanktionen wird lauter

Nach den russlandweiten Protesten für die Freilassung des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny gibt es Rufe nach weiteren EU-Sanktionen gegen Russland.

Tausende Festnahmen bei Putin-Protesten in Russland (Bild: Vasily Maximov / AFP)

Tausende Festnahmen bei Putin-Protesten in Russland (Bild: Vasily Maximov / AFP)

Die Strafmaßnahmen müssten Oligarchen und Freunde von Kremlchef Wladimir Putin treffen, fordern im Ausland lebende Oppositionelle. In Brüssel treffen sich am Montag die EU-Außenminster, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Bei den Protesten am Samstag wurden Bürgerrechtlern zufolge landesweit mehr als 3400 Menschen festgenommen. Allein in Moskau gingen den Angaben zufolge mehr als 40.000 Menschen auf die Straße.

Zusätzlich für die Proteste mobilisiert hatte wohl ein Enthüllungsvideo, das beweisen soll, dass Putin sich aus Schmiergeldern ein „Zarenreich“ am Schwarzen Meer bauen ließ. Das Video wurde im Netz bis jetzt bereits mehr als 77 Millionen Mal aufgerufen.

Zu den Kundgebungen hatte der inhaftierte Kreml-Kritiker Nawalny aufgerufen. Auch dessen Frau wurde vorübergehend von der Polizei festgesetzt.

dlf/dpa/sh/jp

5 Kommentare
  1. marcel scholzen eimerscheid

    Dass Potentaten sich Luxuspaläste bauen, ist nichts neues. Das tun viele Diktatoren in Afrika auch, mit Wissen und Billigung der westlichen Staaten. Solange die nach der Pfeife des Westens tanzen ist das alles kein Problem.

    Diese ganze Empörung über das Verhalten von Putin kann ich nur als scheinheilig bezeichnen. In Wirklichkeit geht es um Rohstoffe und Macht, nicht um Demokratie, Rechtsstaat, Freiheit, etc.

    Das Verhängen von Sanktionen bewirkt nicht viel. Ist eher ein Zeichen der Hilflosigkeit.

  2. Edmund Gebser

    Das Verhängen von Sanktionen bewirkt nicht viel. Ist eher ein Zeichen der Hilflosigkeit.

    Stimmt, aber mit Krieg gegen Russland haben schon die Herren Bonaparte und Hitler schlechte Erfahrungen gemacht.

  3. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr Gebser.

    Richtig festgestellt.

    Wenn weder Krieg noch Sanktionen das richtige sind, was bleibt noch übrig ?

    Ganz einfach. Miteinander reden. Das ist ein altbewährtes Mittel der Konfliktbewältigung.

  4. Peter Schallenberg

    Es würde sich für viele Menschen deutlich einfacher und entspannter leben, hätte man „Russland“ wieder als Feindbild. So wie früher, böser Russe und lieber Amerikaner.
    Nun haben sich die Zeiten gründlich geändert und es müssen neue Antworten her. Zarenreiche und von-Gottes-Gnaden Erleuchtete gibt es im Westen auch, man kehre vor der eigenen Türe. Sanktionen treffen die Falschen und ist nichts als reiner, hilfloser Aktionismus.
    Mal gespannt, wann die EWG- Größen das mitkriegen.

  5. Guido Scholzen

    Wenn in Russland oder auch Belarus friedliche Demonstranten wegen ihrem Recht auf Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit niedergeprügelt werden, so wird dies in der Presse als böse bezeichnet.

    Wenn in der EU friedliche Demonstranten (wie im Sommer’2020) wegen Recht auf Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit niedergeprügelt werden, dann wird das in der Presse als normal empfunden. Es sei denn, es waren Demos für ‚Black lives matter‘, dann ist das politisch korrekt und natürlich was anderes.🤔

    Elftes Gebot: du sollst vergleichen.