Nach Brexit: London droht mit Abbruch von Gesprächen Ende Juni

Die britische Regierung droht, Ende Juni die Verhandlungen mit der Europäischen Union abzubrechen, sollte sich bis dahin kein Abkommen abzeichnen.

Brexit (Illustrationsbild: Tolga Akmen/AFP)

Illustrationsbild: Tolga Akmen/AFP

Das geht aus dem am britischen Verhandlungsmandat hervor, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Beginnen sollen die Verhandlungen am Montag in Brüssel. Sollten sie scheitern, will sich London ganz auf einen Austritt ohne Abkommen Ende des Jahres vorbereiten.

In dem Dokument nimmt London wie erwartet eine harte Position ein. Eine Anpassung britischer Gesetze an EU-Regeln werde nicht akzeptiert, heißt es darin. Auch der Europäische Gerichtshof solle keinerlei Rechtsprechung in Großbritannien ausüben dürfen. Neben einem Freihandelsabkommen wollen die Briten separat Bereiche wie Fischerei, Strafverfolgung und justizielle Zusammenarbeit klären.

Vor allem die Fischerei gilt als umstritten. Die EU will möglichst die derzeitigen Abmachungen beibehalten, wonach EU-Boote Zugang zu den besonders reichen britischen Fischereigewässern haben. Das lehnt London aber ab. Stattdessen wollen die Briten jährlich festsetzen, welchen Zugang sie zu ihren Gewässern erlauben. Mit dem Zugang zum europäischen Markt, wohin der größte Teil des britischen Fischs exportiert wird, soll das nach dem Willen Londons nicht verknüpft werden.

dpa/km

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3 Kommentare
  1. Reiner Mattar

    Typisch für die britischen Möchtegern-Aussteiger aus der EU: keinerlei Verpflichtungen eingehen, aber den freien Zugang zum EU-Markt behalten ohne jede Gegenleistung.

  2. Jean-Pierre DRESCHER

    Habe ich doch von vornherein gesagt. die Engländer werden niemals die EU verlassen. Der Schein-„Brexit“ ist meiner Meinung nach nichts weiter als ein ganz fieses Täuschungsmanöver aus London und Brüssel gemeinsam abgesprochen um den Menschen Gerechtigkeit vorzutäuschen.

    England kann sämtliche Vorteile der EU für sich nutzen, aber die Party der kapitalistischen Westeuropäer zahlen müssen ab nun komplett die aller ärmsten durch Flaschensammeln im Großstadtghetto nach 50 Jahren Schichtdienst, weil UK selber keine Mitgliedsbeiträge mehr zahlen braucht.

  3. Peter Schallenberg

    Gerechtigkeit vortäuschen? Warum so umständlich?

    Der Elefant steht doch schon nackend für alle sichtbar mitten in Raum! Die „EU“ und ihre von-Gottes-Gnaden-Institutionen sind schon längst mutiert von einer großartigen Idee zu einer sich selbst gefälligen Geldmaschine und Versorgungsanstalt für alle, die woanders nicht mehr unterzubringen sind (Von der Leyen, Charles Michel).

    Da darf man doch mal sehr gespannt sein, wer denn als Nächstes diese supranational- antidemokratische Zwangsgemeinschaft verlassen wird. Italien? Polen? Merkels Wunderland?

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