UN: 20 Millionen Menschen droht Hungertod

Die Vereinten Nationen haben in einem dramatischen Appell um Hilfe für hungernde Menschen gebeten. Rund 20 Millionen Menschen in insgesamt vier Ländern droht der Hungertod. Belgien stellt 60 Millionen Euro an Nothilfe bereit.

Noch immer hungern 842 Millionen Menschen (Bild: Krankenschwester untersucht ein stark unterernährtes Kind in El Fasher, Darfur)

UN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien hat den Weltsicherheitsrat mit dramatischen Worten um Hilfe für Millionen von hungernden Menschen gebeten. Nach seinen Worten droht rund 20 Millionen Menschen in vier Ländern der Hungertod, sollte sich die internationale Gemeinschaft nicht zu einer größeren Hilfsaktion entschließen.

O’Brien hatte kurz zuvor die Krisengebiete im Jemen, im Südsudan und Somalia sowie in Nigeria besucht und sich ein Bild von der Lage gemacht. „Menschen werden schlicht und einfach den Hungertod sterben“, sagte er am Freitag zu den im Sicherheitsrat vertretenen Diplomaten.

Für den Nothilfekoordinator sei damit ein „kritischer Punkt in der Geschichte der Vereinten Nationen“ erreicht, wie aus einer UN-Mitteilung hervorgeht. Die Vereinten Nationen stünden vor der größten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung.

„Die Lage für die Menschen in diesen Ländern ist schrecklich und ohne eine große internationale Reaktion wird sie noch schlimmer“, sagte der Brite. „Alle vier Länder haben eine Sache gemeinsam – den Konflikt. Das bedeutet, dass wir (die UN) die Möglichkeit haben, weiteres Elend und Leiden zu verhindern.“ Rasche Hilfe und auch finanzielle Hilfe seien nötig, da noch die Gelegenheit bestehe, das Schlimmste zu verhindern.

Belgien hilft mit 60 Millionen Euro

Belgien hat nach Regierungsangaben in den letzten Wochen insgesamt 60 Millionen Euro humanitäre Nothilfe für die betroffenen Länder in Afrika bereitgestellt. Staatssekretär Alexander De Croo (Open VLD) teilte mit, er verfolge die Entwicklung sehr genau.

Neben Lebensmittelhilfen müsse aber auch das internationale Krisenmanagement verbessert werden, fordert De Croo. Krisen wie diese Hungersnot könnten nur durch eine stärkere Zusammenarbeit in der Welt gelöst werden.

dpa/jp/est - Foto: Albert Gonzalez Farran, Unamid (afp)

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