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Gelungenes Experiment: Weltpremiere der Oper "Bartleby" in Lüttich

15.05.202615:17
  • Lüttich
  • Oper
Darsteller von Bartleby in der Lütticher Oper
© J.Berger/ORW Liège

Am Mittwoch hat das Publikum in der Königlichen Oper der Wallonie ein seltenes Vergnügen erlebt: Eine brandneue Oper feierte im Lütticher Opernhaus ihre Weltpremiere. Das Stück heißt "Bartleby" und wurde geschrieben von dem belgischen Komponisten Benoît Mernier.

Weltpremieren gibt es an einem Opernhaus nicht alle Tage. Die letzte Uraufführung einer neuen Oper in Lüttich liegt schon über 30 Jahre zurück. Am Mittwoch war es dann endlich wieder so weit: Nach zwei Jahren Kompositionsarbeit und vier Wochen intensiver Proben hob sich der Vorhang zu "Bartleby" von Benoît Mernier nach einem Libretto von Sylvain Fort. Für Benoît Mernier ist dies eine große Ehre, aber auch ein besonders emotionales Gefühl.

Nach zwei Jahren mehr oder weniger einsamer Arbeit im stillen Kämmerlein beginnt die Musik also jetzt richtig zu vibrieren, weil sie durch reale Sänger und echte Instrumente gesungen beziehungsweise gespielt wird, und bei einer Oper gehört natürlich auch die Inszenierung mit dazu, die in Lüttich von Vincent Boussard realisiert wird.

Grundlage der Handlung dieser neuen Oper, die Benoît Mernier im Auftrag der Königlichen Oper der Wallonie geschrieben hat, ist die Erzählung "Bartleby der Schreiber" des amerikanischen Schriftstellers Herman Melville, seines Zeichens auch der Autor des Romans "Moby Dick".

Die Hauptperson, Bartleby, tritt eine neue Stelle in dem Büro einer New Yorker Anwältin an und zeichnet sich zunächst als gewissenhafter Mitarbeiter aus. Schon bald fängt er jedoch an, Aufgaben seiner Chefin abzulehnen mit den Worten "I would prefer not to" - "Ich würde bevorzugen, es nicht zu tun". Er übernachtet im Büro, sondert sich immer mehr von den Mitmenschen ab und isst kaum noch. Er schließt sich selbst von der Gesellschaft aus und stirbt am Ende völlig unterernährt und einsam im Gefängnis.

Diese Erzählung von Herman Melville hat Benoît Mernier vor allem deshalb fasziniert, weil ihr Hintergrund heute noch genauso aktuell ist wie zur Zeit ihrer Entstehung Mitte des 19. Jahrhunderts. Burn-Out und die freiwillige Nicht-Integration in die Normen der Gesellschaft sind ein wachsendes Phänomen unserer Zeit, und deshalb ist die neue Oper ein absolut passendes und legitimes Beispiel zeitgenössischer Kunst.

Die Lütticher Oper hat natürlich eher das Image eines traditionellen Hauses, das nur wenige moderne Werke aufführt - insofern ist es schon ein Experiment, das Intendant Stefano Pace mit dieser Produktion durchführt.

Darsteller von Bartleby in der Lütticher Oper
© J.Berger/ORW Liège

Persönlich muss ich sagen, dass dieses Experiment absolut gelungen ist. Die Oper ist kurzweilig und brandaktuell, und auch die Tatsache, dass sie auf englisch gesungen wird, ist ein Plus. Englischsprachige Stücke stehen in Lüttich nur sehr selten auf dem Programm, und die Erweiterung des Repertoires hin zur Moderne ist ein wichtiger Schritt der Oper in Richtung Zukunft.

Weil das Stück "Bartleby" nur gut anderthalb Stunden dauert, wird es nach der Pause kombiniert mit einer anderen Kurzoper: "La voix humaine" von Francis Poulenc aus dem Jahr 1959. Dieses Werk kommt mit einer einzigen Darstellerin aus, einer Frau, die mit ihrem Geliebten telefoniert. Den Mann sieht und hört man nicht, aber aus den Worten der Frau erkennt man, dass er sie verlassen will.

Beide Opern, "Bartleby" und "La voix humaine", passen laut der amerikanischen Dirigentin Karen Kamensek perfekt zusammen, weil beide eine einsame und unglückliche Hauptperson in den Vordergrund stellen. "Beide Hauptrollen sind 'kaputte Menschen' oder Menschen, die wir nicht verstehen, die irgendeine mentale, psychologische Schwierigkeit haben - ist das spannend? Ja! Denn jeder von uns hat irgendetwas von diesen beiden Charakteren in uns oder hat irgendetwas erlitten, was diese beiden Charaktere erlitten haben. Es sind sehr humanistische, menschliche Geschichten", findet Kamensek.

Wer sich diese beiden modernen Werke in der wirklich tollen Produktion der Königlichen Oper der Wallonie live anschauen und anhören möchte, der kann das noch bis zum 21. Mai tun - ein für Lütticher Verhältnisse sehr außergewöhnlicher Opernabend ist garantiert.

Patrick Lemmens

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