Bei der AS Eupen gab es einige Veränderungen in der Startaufstellung. Amadou Keita und Isaac Nuhu standen nicht in der Anfangsformation. Dafür rückten Bertan Caliskan und Mark Müller in die erste Elf. Torwart Marco Hiller kehrte nach seinen Adduktorenproblemen zwar in den Kader zurück, nahm zunächst aber auf der Bank Platz. Sandro Vidigal fehlte wie befürchtet komplett im Aufgebot.
Bei den Gästen aus Antwerpen stand mit Genki Haraguchi der wohl prominenteste Name auf dem Platz. Der japanische Nationalspieler hatte bei der Weltmeisterschaft 2018 im Achtelfinale gegen Belgien die Japaner mit 1:0 in Führung gebracht. Am Ende setzten sich jedoch die Roten Teufel nach einem spektakulären Comeback mit 3:2 durch und zogen ins Viertelfinale ein.
Beerschot begann die Partie mit hohem Pressing und versuchte, die Eupener bereits früh im Spielaufbau unter Druck zu setzen. Die AS hielt dagegen, ohne sich zunächst klare Torchancen herauszuspielen. Bereits in der fünften Minute sah Mark Müller die Gelbe Karte.
In den ersten zehn Minuten spielte sich das Geschehen überwiegend zwischen den Strafräumen ab. Erst in der 13. Minute wurde es erstmals gefährlich. Ein Schuss von Logan Delaurier-Chaubet wurde unangenehm abgefälscht und stellte die Beerschoter Defensive vor Probleme. Bas Van den Eynden konnte schließlich zur Ecke klären.
Auch Nicolas kam zwischenzeitlich zu einer Halbchance. Die Eupener versuchten es vor allem über die rechte Angriffsseite, fanden gegen die kompakte Defensive der Gäste aber nur selten eine Lücke.
In der 27. Minute kam Fixelles zum Abschluss. Sein flacher Schuss stellte William Popp im Tor der Gäste allerdings vor keine größeren Probleme.
Die erste nennenswerte Gelegenheit für Beerschot ließ bis zur 36. Minute auf sich warten. Nach einer Hereingabe von Bas Van den Eynden rutschte Lukas Van Eenoo in den Ball, doch Lejoly konnte die Situation bereinigen.
Nach einem Zweikampf zwischen Plastun und D'Margio Wright-Phillips forderten die Gäste eine Rote Karte. Der Schiedsrichter ließ jedoch weiterspielen. Auch die anschließende Videoüberprüfung bestätigte die Entscheidung: Der Einsatz war regelkonform.

Als vieles bereits auf ein torloses Unentschieden zur Pause hindeutete, schlugen die Gäste doch noch zu. In der 44. Minute wurde Glenn Claes von Fixelles gefoult. Der Schiedsrichter zeigte dem Eupener die Gelbe Karte und entschied auf Freistoß für Beerschot.
Die anschließende Standardsituation führte zum Rückstand für die AS. Der Ball von Van Eenoo landete bei Anas Haj Mohamed, der von der Eupener Defensive sträflich allein gelassen wurde. Der Tunesier ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und traf zum 0:1 für die Gäste. Lejoly im Eupener Tor ohne Abwehrchance. Damit ging Beerschot nach einer über weite Strecken ausgeglichenen und chancenarmen ersten Halbzeit mit einer knappen Führung in die Kabine.
AS-Trainer Felice Mazzu reagierte zur Pause und brachte Isaac Nuhu für Bertan Caliskan. Der Wechsel hätte sich beinahe unmittelbar ausgezahlt.
Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff zündete Chris-Kévin Nadje den Turbo und bereitete eine hundertprozentige Torchance vor. Nuhu kam aus knapp drei Metern zum Abschluss, setzte den Ball jedoch neben das Tor. Eine Riesengelegenheit, die AS wieder ins Spiel zu bringen.
Keine zwei Minuten später bot sich den Ostbelgiern die nächste Möglichkeit. Logan Delaurier-Chaubet zog von der rechten Seite nach innen, setzte seinen Abschluss allerdings über das Gehäuse.
Die Partie wurde nun intensiver und hektischer. Auch AS-Trainer Mazzu handelte sich eine Gelbe Karte ein. In der 53. Minute wurde erstmals ein Spieler der Gäste verwarnt.
Eupen blieb am Drücker. In der 55. Minute kam Rune Paeshuyse nach einer Ecke von rechts zum Abschluss, traf allerdings nur das Seitennetz.
Während die AS ihre Möglichkeiten ungenutzt ließ, schlugen die Gäste erneut zu. Nach einer Stunde war Beerschots Goalgetter Arnold Vula zur Stelle und erhöhte auf 0:2.
Für die Ostbelgier war das ein herber Rückschlag, nachdem sie die zweite Halbzeit deutlich engagierter begonnen und gleich mehrere gute Möglichkeiten herausgespielt hatten.
Mazzu versuchte, mit weiteren Wechseln neue Impulse zu setzen. In der 67. Minute ersetzte Kikas Mark Müller. Für die Schlussviertelstunde brachte der Eupener Trainer mit Youndje, Sulejmani und Keita drei weitere frische Kräfte. Simakala, Gavory und Fixelles mussten dafür vom Platz.
Plastun trifft spät – Vula scheitert am Pfosten
Die AS gab sich trotz des Zwei-Tore-Rückstands nicht geschlagen. In der 79. Minute bot sich Plastun die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Sein Kopfball ging jedoch am Tor vorbei.
Auf der Gegenseite hatten die Eupener Glück, dass Arnold Vula die endgültige Entscheidung verpasste. Der Beerschoter Torjäger traf nur den rechten Pfosten.
Drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit keimte bei den Ostbelgiern doch noch einmal Hoffnung auf. Nach einem Freistoß landete der Ball bei Plastun, der zum vermeintlichen 1:2 traf. Zunächst hatten die Unparteiischen den Treffer nicht erkannt. Erst die anschließende Videoüberprüfung brachte Klarheit: Der Ball war im Tor gewesen, der Treffer zählte.
Damit wurde es in der Schlussphase noch einmal spannend. Am Ende blieb es jedoch beim knappen 1:2 aus Sicht der AS Eupen.
Die Ostbelgier mussten sich nach einer Partie geschlagen geben, in der vor allem unmittelbar nach der Pause deutlich mehr möglich gewesen wäre. Insbesondere die Großchance von Isaac Nuhu dürfte der AS noch länger in Erinnerung bleiben. Ebenfalls in Erinnerung bleiben dürfte, dass es für Mazzu und den Co-Trainer der AS im Anschluss an das Spiel noch Rot gab. Beide hatten sich massiv über die Nachspielzeit beschwert.
Beerschot präsentierte sich vor dem Tor konsequenter und nutzte seine Möglichkeiten durch Haj Mohamed und Vula. Eupen bewies nach dem zweiten Gegentreffer zwar Moral, konnte die Niederlage trotz des späten Anschlusstores aber nicht mehr verhindern.
Am kommenden Sonntag steht für die AS Eupen bereits das nächste Heimspiel auf dem Programm. Dann empfangen die Ostbelgier Virton.
Christophe Ramjoie
Fühlte sich an wie die letzten Saisons. Nicht reif genug und auch nicht genug Klasse, um die Spitzenteams zu schlagen. So muss man sich mit dem grauen Dasein in Liga 2 begnügen. Wird so nix...