Mit einer Veränderung in der Startelf im Vergleich zum 2:0-Erfolg am vergangenen Wochenende bei den RSC Futures ging die AS Eupen in die Sechzehntelfinalpartie des belgischen Landespokals beim KV Mechelen. Trainer Felice Mazzu brachte Chris-Kévin Nadje für Mark Müller. Bei den Gastgebern stand mit Ortwin De Wolf ein in Ostbelgien bestens bekanntes Gesicht zwischen den Pfosten. Der Schlussmann absolvierte zwischen 2019 und 2021 insgesamt 40 Spiele für die Schwarz-Weißen.
Im Stadion "Achter de Kazerne" erwischte die AS Eupen einen Traumstart. Nach einem Eckball von der rechten Seite landete der Ball bei Igor Plastun, der völlig freistehend flach zur frühen 1:0-Führung einnetzte. Mechelen bemühte sich in der Folge um eine schnelle Antwort, doch die Eupener präsentierten sich zunächst defensiv stabil. Die Abwehr gehört in dieser Saison ohnehin zu den großen Stärken der Ostbelgier. Mit bislang nur fünf Gegentoren stellt die AS die zweitbeste Defensive der Challenger Pro League. Lediglich Dender musste noch seltener hinter sich greifen.
Auch im Umschaltspiel wussten die Gäste Akzente zu setzen. In der 18. Minute tauchte Nadje nach einem blitzschnellen Gegenangriff gefährlich vor dem Mechelner Tor auf. De Wolf machte sich jedoch groß, verkürzte geschickt den Winkel und lenkte den Abschluss zur Ecke.Fünf Minuten später war der ehemalige Eupener Schlussmann erneut gefordert. Einen Freistoß von Delaurier-Chaubet entschärfte De Wolf und verhinderte damit den zweiten Treffer der Gäste.
Stattdessen schlugen die Hausherren in der 25. Minute zu. Therence Koudou hatte auf der linken Seite viel zu viel Platz und traf mit einem platzierten Abschluss ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich. Im Anschluss an den Treffer sah Simakala die Gelbe Karte, weil er noch immer mit einer vorausgegangenen Schiedsrichterentscheidung haderte.
In der 35. Minute konnte die Eupener Hintermannschaft den enteilten Mbasi zunächst noch mit vereinten Kräften stoppen. Die anschließende Ecke brachte jedoch die Wende: Marco Decherf stieg am höchsten und köpfte zur 2:1-Führung für den KV Mechelen ein. Die AS Eupen zeigte sich vom Rückstand allerdings nicht geschockt und suchte umgehend den Weg nach vorne. Delaurier-Chaubet versuchte es mit einem Abschluss von der Strafraumgrenze, doch De Wolf war erneut zur Stelle und brachte den Ball im Nachfassen unter Kontrolle. So ging es für die Ostbelgier nach einem vielversprechenden Beginn mit einem knappen 1:2-Rückstand in die Kabinen.
Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff erwischten die Hausherren die AS Eupen eiskalt. Nach einem viel zu einfachen Vorstoß über die linke Seite musste Malcolm Mbasi den Ball aus kurzer Distanz nur noch zum 3:1 über die Linie drücken. Doch damit nicht genug: Auch der nächste Angriff der Mechelner war von Erfolg gekrönt. Nur zwei Minuten später erhöhte Kapitän Frederik Hammar auf 4:1 und sorgte damit für einen regelrechten Fehlstart der Ostbelgier in den zweiten Durchgang.
Nach knapp einer Stunde reagierte Eupens Trainer Felice Mazzu mit einem Dreifachwechsel. Kikas, Vidigal und Müller kamen für Simakala, Nuhu und Keita in die Partie. Doch die erhoffte Wende blieb aus. Stattdessen schlugen die Hausherren in der 64. Minute erneut zu. Nach einer Parade von Eupens Torhüter Lejoly stand Myron Van Brederode beim Abpraller goldrichtig und staubte zum 5:1 ab. Eine verheißungsvolle erste Halbzeit endete mit einem Fiasko der Ostbelgier im zweiten Durchgang.
Am Sonntag steigt im Kehrwegstadion das Spitzenspiel der Challenger Pro League, wenn die Ostbelgier den Beerschot empfangen.
Christophe Ramjoie