Die größte Neuerung bei Mark van Bommels Feuertaufe als Trainer der Roten Teufel war in der Offensive zu sehen, wo Mika Godts und Diego Moreira Charles De Ketelaere flankierten, der als Mittelstürmer auflief. Ansonsten setzte van Bommel auf bewährte Namen, die bereits bei der WM zum Einsatz gekommen waren.
Im Tor entschied sich van Bommel für Senne Lammens. Die Abwehr mit Castagne, Ngoy, Mechele und De Cuyper war dieselbe wie im WM-Viertelfinale gegen Spanien. Raskin, Tielemans und De Bruyne bildeten das Mittelfeld. Auch bei den Italienern stand mit Roberto Mancini ein neuer Mann an der Seitenlinie der Squadra Azzurra.
Die Roten Teufel ließen den Ball in der Anfangsphase gut laufen und hatten in der siebten Minute die erste große Chance auf die Führung. De Bruyne behauptete sich im Mittelfeld mit all seiner Klasse und steckte auf De Ketelaere durch, der unten rechts einschieben wollte. Donnarumma im Tor der Italiener war jedoch schnell unten und parierte.
Vier Minuten später wurde ein Schuss von Tielemans abgefälscht und dadurch zur leichten Beute für den italienischen Schlussmann. Weitere fünf Minuten später schlug De Bruyne eine starke Flanke in den italienischen Strafraum, doch De Ketelaere kam einen Schritt zu spät.
De Bruyne blieb der Dreh- und Angelpunkt im belgischen Spiel. Seine nächste Aktion führte schließlich zum Erfolg. Über die linke Seite schickte er Godts auf die Reise, der in den Sechzehner zog und Donnarumma mit einem Rechtsschuss überwinden konnte. Nach 20 Minuten gingen die Roten Teufel hochverdient mit 1:0 in Führung.

Keine drei Minuten später bewahrte Donnarumma seine Mannschaft mit einer starken Doppelparade vor dem nächsten Gegentreffer. Zunächst entschärfte er einen Distanzschuss von De Ketelaere, anschließend blockte er auch den Nachschuss von Raskin.
Die Belgier waren nun in absoluter Spiellaune und drängten weiter nach vorne. In der 27. Minute war Donnarumma bei einem Kopfball von Godts erneut gefordert. Es blieb eine sehr einseitige Angelegenheit. Die Roten Teufel gingen beinahe schon fahrlässig mit ihren zahlreichen Möglichkeiten um, während Italiens Defensive die belgische Offensive überhaupt nicht in den Griff bekam.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde kamen dann auch die Italiener erstmals gefährlich in den belgischen Strafraum. Cambiaghi setzte sich über den linken Flügel durch und fand Moise Kean am zweiten Pfosten, dessen Abschluss jedoch nur im Außennetz landete.
Die Statistik nach etwas mehr als einer halben Stunde sprach eine deutliche Sprache: Zwölf belgischen Torschüssen stand lediglich ein Abschluss der Hausherren gegenüber. Die Roten Teufel ließen in der Folge weitere Möglichkeiten ungenutzt und gingen trotz ihrer deutlichen Überlegenheit nur mit einer knappen 1:0-Führung in die Pause. Erschreckend schwache Italiener wurden von Pfiffen in die Pause begleitet.

Die Italiener kamen mit viel Schwung aus der Kabine und hatten bereits 65 Sekunden nach dem Wiederanpfiff die Chance zum Ausgleich. Senne Lammens verhinderte mit einer starken Fußabwehr den Gegentreffer. Die Italiener wirkten wie verwandelt, denn nur vier Minuten später kam Esposito per Kopf zum Abschluss. Diesmal hatte Lammens im belgischen Tor allerdings weniger Mühe.
Auch beim nächsten Versuch der Italiener blieb Lammens Sieger, als er einen weiteren Abschluss von Esposito abwehren konnte. Nach knapp einer Stunde nahm van Bommel De Bruyne und Moreira aus der Partie und brachte mit Vanaken und Lukebakio zwei frische Kräfte. Auf italienischer Seite ließ sich Mancini mit seinen Wechseln noch etwas Zeit, brachte dafür aber in der 65. Minute gleich drei neue Spieler.
In der 69. Minute sorgte Lukebakio schließlich für die Vorentscheidung. Der eingewechselte Offensivspieler startete mit dem Ball noch in der eigenen Hälfte, trieb ihn bis vor den italienischen Strafraum und schloss aus gut 18 Metern mit links zum 2:0 für die Roten Teufel ab.
Für die Schlussphase nahm van Bommel den Torschützen Godts und De Ketelaere aus dem Spiel. Lukaku und Fernandez-Pardo waren die frischen Kräfte. Die Italiener noch mit einer guten Chance auf den Anschlusstreffer. Scalvini schaffte es aber nicht, den Ball aus vier Metern Entfernung im Tor unterzubringen, sondern drüber zu hauen. So blieb es beim 2:0-Auftakterfolg der Belgier. Ein gelungener Einstand für van Bommel. Viel Arbeit hingegen für Mancini bei Italien.
Am Montag geht es für Belgien im ausverkauften Brüsseler König-Baudouin-Stadion gegen Frankreich weiter. Auch die Franzosen gehen mit einem neuen Nationaltrainer in die Partie: Zinedine Zidane steht dort erstmals an der Seitenlinie.
Christophe Ramjoie