Um ein Haar hätte der Held der AS Eupen beim 1:0-Auswärtssieg gegen den Club NXT nicht Chris-Kévin Nadje, sondern Ba-Muaka Simakala geheißen. Rund zehn Minuten nach seiner Einwechslung ließ Simakala in Roeselare seine Torgefährlichkeit aufblitzen - und das gleich zweimal innerhalb weniger Augenblicke.
Erst kratzte die gegnerische Verteidigung den Ball nach einem Schuss des Eupener Stürmers von der Linie, kurz darauf versuchte es Simakala mit einem Seitfallzieher und zielte nur Zentimeter am Tor vorbei. Die zwei verpassten Einschussgelegenheiten ließen dem 29-Jährigen nach dem Schlusspfiff keine Ruhe.
"Ich bin sehr genervt gerade", sagte er nach der Partie. "Normalerweise mache ich das mit Augen zu. Solche Chancen liegen zu lassen, ist sehr ärgerlich. Aber wir haben das Spiel gewonnen und das ist das Allerwichtigste", so der Stürmer.
Im Juli war Simakala an den Eupener Kehrweg gewechselt. In der vergangenen Saison stand er bei Araz Naxçivan in Aserbaidschan unter Vertrag. Seine Zeit in dem Land hat bei Simakala bleibenden Eindruck hinterlassen. Für ihn ist Aserbaidschan "Dubai 2.0", sagt er. "Fortgeschritten, sehr schön. Du hast ein entspanntes und schönes Leben dort", erzählt Simakala. Eine Rückkehr schließt er nicht aus: Jetzt steht erst mal Eupen im Vordergrund, "und dann irgendwann später nach der Karriere vielleicht wieder nach Aserbaidschan. Mal schauen."
Verwandtschaft in Eupen
Seit seinem Wechsel nach Eupen ist Simakala wieder ganz dicht dran an der Heimat. In Eschweiler wurde er geboren, in Aachen wuchs er auf. "Ich kenne das Ganze ja hier in der Region. Wenn du in Aachen aufwächst, kennst du dich in Belgien überall aus", meint der 29-Jährige. "Ich habe Familie in Brüssel. Lüttich kennst du, Verviers kennst du, Eupen kennst du in- und auswendig - meine Tante wohnt dort", sagt er.
"Ist schon schön, jetzt auch wieder bei der Familie zu sein. Aber ich bin auch eher so ein Typ, der es mag, seine Ruhe zu haben. Länger die Leute nicht sehen und sich dann wiedertreffen, so wie Weihnachten", erzählt er. "Jetzt bin ich wieder näher dran, jetzt können die mich alle wieder sehen", sagt Simakala.
Der 29-Jährige ist einer von acht Spielern, die während der Sommerpause neu nach Eupen kamen. Viele Veränderungen, aber die Mannschaft hat sich schon gefunden, meint Simakala: "Wir sind auf jeden Fall eine Einheit. Das braucht auch immer seine Zeit. Wenn du eine komplett neue Mannschaft hast, dann muss man sich erst mal finden, sich kennenlernen und zusammenwachsen."
In den bisherigen drei Saisonspielen stand Ba-Muaka Simakala noch nicht in der Eupener Anfangself. Bisher liegt bei den Mittelstürmern Kikas in der Gunst von Trainer Felice Mazzù vorn. Wohl auch deshalb war bei Simakala trotz des 1:0-Sieges gegen den Club NXT der Ärger über seine beiden verpassten Chancen groß - vielleicht bietet sich die nächste Gelegenheit schon am kommenden Sonntag gegen Patro Eisden.
Moritz Korff