Für François Bölting ist damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. "Es war lange Zeit ein Traum, lange Zeit ein Wunsch vom Calaminia Moto Club, hier ein eigenes Rennen zu organisieren", sagt der Vereinspräsident. Nach dem zweiten Renntag fällt sein Fazit entsprechend deutlich aus: "Hochzufrieden kann man nur sein. Das läuft perfekt."
Vor allem die Resonanz der Fahrer und Zuschauer stimmt die Organisatoren optimistisch. "Mehr positive Rückmeldungen konnte man eigentlich nicht haben", berichtet Bölting. Fahrer und Zuschauer seien gleichermaßen zufrieden, auch die Strecke habe viel Lob bekommen.
Dabei war die Strecke eine der größten Herausforderungen des Projekts. Sie wurde auf einer bislang ungenutzten Wiese komplett neu angelegt. Statt spektakulärer Sprünge setzt der Kurs auf technische Passagen und zahlreiche Kurven im Hang. "Wir haben viele Kurven, die so schräg im Hang liegen, und das ist technisch sehr kompliziert zu befahren", erklärt Bölting.
Auch das Wetter spielte mit. Ein anhaltender Starkregen hätte das Rennen noch gefährden können, doch letztlich blieben die Bedingungen ideal. "Nicht zu kalt, nicht zu nass, nicht zu trocken", fasst der Vereinspräsident die Situation zufrieden zusammen.
Eine weitere Herausforderung waren die Anwohner. Der Verein musste Rücksicht auf die Sorgen wegen Lärm und möglicher Belästigungen nehmen. Bölting betont deshalb, dass klare Regeln aufgestellt wurden – unter anderem für das Fahrerlager. Ab 22 Uhr sollten Aggregate ausgeschaltet und nächtliche Feiern vermieden werden. "Die Leute haben alles respektiert", zeigt sich Bölting erleichtert.
Ob das Motocross-Rennen in Lontzen eine Fortsetzung erlebt, ist noch offen. Zunächst müsse der Verein das Wochenende abschließen und Bilanz ziehen. Danach sollen Gespräche mit der Gemeinde, den Anwohnern und dem Landwirt, dem die Wiese gehört, folgen. Die Voraussetzungen für eine Wiederholung seien aber gegeben. "An sich sind alle Zutaten dafür da, dass Motocross in Lontzen beziehungsweise im Norden der DG wieder Fuß fassen wird", sagt Bölting.
Besonders emotional ist das Comeback für Paul Crott. Das Vereins-Urgestein war beim letzten eigenen Rennen des Calaminia Moto Clubs vor 26 Jahren dabei – und trägt auch beim Comeback wieder sein altes Trikot. "Das Trikot wird nächstes Jahr 50 Jahre alt", erzählt Crott stolz.
Sein Urteil über die Rückkehr des Vereins fällt eindeutig aus: "Ich finde das super." Gerade in Zeiten, in denen Motorsportveranstaltungen immer schwieriger zu organisieren seien, sei ein solches Rennen etwas Besonderes. Auch die neue Strecke in Lontzen überzeugt ihn auf den ersten Blick: "Ich finde die gut, super gut."
Björn Feyen fährt auf den vierten Platz
Der Eifeler Motocrossfahrer Björn Feyen hat das Motocross-Comeback des Calaminia Moto Clubs in Lontzen mit einem vierten Platz in seinem Lauf abgeschlossen. Ganz unzufrieden war der Lokalmatador damit nicht: "Für so eine Feldstrecke, auf der ich eigentlich nicht so stark fahre, bin ich echt zufrieden mit dem vierten Platz." Auch mit Blick auf die Meisterschaft sei das Ergebnis "ganz okay".

Von der neu angelegten Strecke zeigte sich Feyen beeindruckt. Aus einem einfachen Feld sei eine anspruchsvolle Motocross-Strecke entstanden. "Sie haben das Beste aus der Lage gemacht."Der Kurs sei "sehr schnell, anspruchsvoll und technisch" und durch die vielen Bodenwellen zusätzlich fordernd. Sein Fazit: "Eigentlich perfekt – es kommt aufs fahrerische Können an."
Radio-Interviews mit Vereinspräsident François Bölting, dem Vereins-Urgestein Paul Crott und Fahrer Björn Feyen im Player:
Christophe Ramjoie



Super Sache, dass es auch wieder Motocross im Norden der DG gibt, das bereichert das ohnehin dünne Angebot an Motorsport bei uns. Ein Lob den Gemeindeverantwortlichen für deren Mut, auch gegen den Unwillen einiger (zugezogenen?) Anwohner.