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Fußballverband veröffentlicht Stellungnahme zum Fall Balogun - Trump rechtfertigt Anruf bei Fifa

06.07.202607:1706.07.2026 - 17:40
  • FIFA
  • Fußball-WM
  • Rote Teufel
  • UEFA
  • USA
US-Präsident Trump und Fifa-Präsident Infantino
US-Präsident Trump und Fifa-Präsident Infantino (Bild: Brendan Smialowski/AFP)

Der Streit um die Aufhebung der Sperre des US-amerikanischen Nationalspielers Folarin Balogun spitzt sich weiter zu. Der belgische Fußballverband wirft der Fifa mangelnde Transparenz und Verstöße gegen ihre eigenen Verfahrensregeln vor.

In einer ausführlichen Stellungnahme erklärte der Verband, er habe nach Bekanntwerden der Entscheidung um Einsicht in die Begründung und Informationen zum Verfahren gebeten. Statt einer Antwort habe die Fifa das Schreiben jedoch als Berufung gewertet und dem Verband nur wenige Stunden Zeit gegeben, diese zu begründen - ohne zuvor die eigentliche Entscheidung offenzulegen.

Balogun hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nach einem Zweikampf mit Tarik Muharemovic die Rote Karte gesehen. Der Stürmer der AS Monaco trat seinem Gegenspieler im Fallen auf den Knöchel. Nach Eingriff des Video-Assistenten überprüfte Schiedsrichter Raphael Claus die Szene und entschied auf Platzverweis. Nach den Fifa-Regularien hätte dies eigentlich automatisch eine Sperre für das nächste Spiel bedeutet.

Dennoch gab die Fifa überraschend bekannt, die Umsetzung der Ein-Spiel-Sperre gemäß Artikel 27 des Fifa-Disziplinarreglements für ein Jahr auf Bewährung auszusetzen. Demnach darf Balogun gegen Belgien (2 Uhr MESZ) antreten. Eine inhaltliche Begründung für diesen außergewöhnlichen Schritt lieferte der Weltverband nicht.

Für zusätzliche Brisanz sorgen Medienberichte von The Athletic und der Nachrichtenagentur AP. Demnach soll US-Präsident Donald Trump nach Baloguns Platzverweis persönlich Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen haben, um sich für eine Aufhebung der Sperre einzusetzen.

US-Präsident Trump hat inzwischen bestätigt, die Fifa selbst um eine Überprüfung gebeten zu haben. Er habe das getan, weil er gedacht habe, es sei kein Foul gewesen, sagte Trump auf einer Pressekonferenz in Washington. Trump bestätigte zudem, dass er sich direkt an Fifa-Chef Infantino gewandt habe. Auf seinem Netzwerk Truth Social schrieb er: "Vielen Dank an die Fifa, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist, und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt."

Der belgische Fußballverband verweist auf Artikel 66.4 des Fifa-Disziplinarreglements sowie auf Artikel 10.5 des WM-Reglements, wonach eine direkte oder Gelb-Rote Karte automatisch eine Sperre für das nächste Spiel nach sich zieht. Diese Regel sei während des gesamten Turniers konsequent angewendet worden und sei den teilnehmenden Verbänden zudem mehrfach - unter anderem in einem Fifa-Rundschreiben vom 12. Mai 2026 sowie bei den offiziellen WM-Workshops - ausdrücklich bestätigt worden.

Uefa: "Rote Linie überschritten"

Der Skandal macht auch die Europäische Fußball-Union fassungslos. In einer Mitteilung der Uefa heißt es dazu: "Die Entscheidung, die Umsetzung der automatischen Sperre für ein Spiel für eine Probezeit von einem Jahr auszusetzen, hat eine rote Linie überschritten. Wir bringen unsere Fassungslosigkeit angesichts einer solch beispiellosen, unverständlichen und ungerechtfertigten Entscheidung zum Ausdruck."

Eine automatische Mindestsperre von einem Spiel nach einer Roten Karte sei keine Ermessensentscheidung und erfordere keine Entscheidung einer zuständigen Instanz, um in Kraft zu treten, so die Uefa.

cr/mh

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