Für Raeren war es die Premiere dieses Formats in Ostbelgien in diesem Jahr. Entsprechend zufrieden zeigte sich Organisator und Orientierungsläufer William Tonneau nach der Veranstaltung. "Für einen Trainingslauf an einem Freitagabend ist das auf jeden Fall schon jede Menge. Im Orientierungslaufsport finden die meisten Veranstaltungen eher samstags oder sonntags statt. Deshalb sind wir mit 120 Teilnehmern sehr, sehr zufrieden."
Besonders machte den Sprint die abwechslungsreiche Streckenführung. Anders als bei klassischen Stadt-Sprints führte der Kurs nicht nur durch das Ortszentrum, sondern auch über Wiesen, durch schmale Gassen oder auch Treppen. "Das Besondere in Raeren ist, dass es nicht einfach nur ein Sprint in der Stadt selbst ist. Die Teilnehmer laufen auch durch Wiesen und durch einige Gassen. Diese Mischung macht den Reiz der Strecke aus."
Start und Ziel befanden sich diesmal am Tennisheim, dessen Verantwortlichen der Organisator ausdrücklich dankte. Von dort aus führte die Strecke unter anderem über das Gelände der Gemeindeschule, wo ebenfalls Kontrollposten eingerichtet wurden.
Obwohl bereits vor zwei Jahren ein ähnlicher Lauf in Raeren stattgefunden hatte, standen die Organisatoren vor der Herausforderung, die Strecke erneut attraktiv zu gestalten. "Die Kontrollposten werden natürlich jedes Mal anders gesetzt. Die Läufer kennen vielleicht die großen Straßen der Karte, aber innerhalb von zwei Jahren verändert sich vieles. Hecken wachsen, Bereiche werden umgebaut und die Karten werden aktualisiert. Dadurch können wir immer wieder etwas Neues anbieten."
Landesweit erfreut sich insbesondere das Sprintformat wachsender Beliebtheit. Während Orientierungslauf traditionell vor allem im Wald stattfindet, gelten die urbanen Wettkämpfe als besonders zugänglich. "Man verliert sich nicht so einfach und die Hemmschwelle für Einsteiger ist geringer. Deshalb boomt dieses Sprintformat derzeit in Belgien." Als wichtigen Impulsgeber nennt Tonneau unter anderem die Orientierungslauf-Europameisterschaften, die im vergangenen Jahr in Hasselt ausgetragen wurden.
Der besondere Reiz des Sports liege in der Kombination aus körperlicher und geistiger Herausforderung. "Es sind nicht nur die Beine, sondern auch der Kopf, der mitmacht. Die Teilnehmer müssen ständig entscheiden, welcher Weg zwischen zwei Posten der schnellste ist. Genau das macht den Orientierungslauf so spannend."
Der Sport eigne sich zudem für Menschen aller Altersklassen und könne problemlos als Ergänzung zu anderen Sportarten betrieben werden. "Von acht bis 88 Jahren kann eigentlich jeder mitmachen. Für Triathleten, Leichtathleten oder Freizeitsportler ist Orientierungslauf eine ideale Zusatzaktivität."
Radio-Interview mit William Tonneau im Player:
Christophe Ramjoie



