Arnaud De Lie hat die vierte Etappe der Tour de Wallonie gewonnen. Er siegte in Eupen vor dem US-Amerikaner Riley Sheenan und dem Neuseeländer Ben Oliver. De Lie fing Sheenan kurz vor dem Zielstrich ab und feierte den 35. Sieg seiner Laufbahn.
Der vierte Tagesabschnitt führte über knapp 167 Kilometer von Dison nach Eupen. Dabei kam das Fahrerfeld auch durch weitere Gemeinden in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, darunter St. Vith, Amel und Bütgenbach.
Die Entscheidung fiel nach 166 Kilometern bei der dritten Durchfahrt an der Frankendelle: Auf den allerletzten Metern setzte sich Arnaud De Lie durch und schnappte Riley Sheehan den Etappensieg vor der Nase weg.
De Lie hatte noch am Vortag unter anderem aufgrund eines Sturzes mit großen Problemen zu kämpfen gehabt, auch am Donnerstag schien er lange keine Chance zu haben. Die Erleichterung war ihm im Ziel in Eupen deutlich anzumerken. Nach Wochen harter Arbeit habe er stets gespürt, dass die Form vorhanden sei, erklärte der Sieger. "Ich habe viel dafür gearbeitet. Ich hatte das Gefühl, dass die Form da war, aber mir noch der kleine Auslöser gefehlt hat. Ich habe ihn hier in Eupen gefunden."
Mit dem Austragungsort verbindet ihn zudem eine lange persönliche Geschichte. "Eupen kenne ich schon sehr lange", sagte er. Bereits als Kind sei er wegen eines Mountainbike-Rennens in die Region gekommen. Den entscheidenden Anstieg habe er daher schon damals gekannt. "Hier sprinten zu können, war deshalb etwas ganz Besonderes."
Ob der Erfolg den Beginn einer neuen Entwicklung markiert, wollte er nicht überbewerten. Sicher sei jedoch, dass ihn die anspruchsvolle Zielankunft an seine Grenzen gebracht habe. "Nach der Ziellinie war ich wirklich völlig erledigt", gestand er. Bereits am Vortag habe er sich intensiv mit dem Finale beschäftigt und gehofft, am Ende genau in diesem Zustand anzukommen. "Wenn das bedeutet, dass ich heute alles gegeben habe, dann ist es genau das, was ich wollte."
"Auf den letzten 200 Metern habe ich gespürt, dass ich näherkomme, aber immer langsamer", schilderte er die entscheidende Phase. Ihm sei klar gewesen, dass die Entscheidung erst auf der Ziellinie fallen würde. "Vielleicht musste ich ihn einfach erst auf der Linie überholen. Am Ende habe ich es geschafft, aber einfach war es überhaupt nicht."
Riley Sheenan übernimmt durch seinen zweiten Platz die Führung in der Gesamtwertung. Der US-Amerikaner liegt drei Sekunden vor De Lie und Oliver. Die fünfte und letzte Etappe der Rundfahrt führt am Freitag über 176 Kilometer von Bassenge nach Aubel.
moko/cr