Anders als die großen belgischen Radsporthochburgen war Eupen seit der Jahrtausendwende nur sporadisch Zielort internationaler Profirennen. Den Anfang machte die Eneco Tour im Jahr 2007. Damals gelang es den Organisatoren gemeinsam mit der Stadt Eupen, eine Etappe des damals zur ProTour gehörenden Rennens nach Ostbelgien zu holen. Die erste Etappe führte über 189 Kilometer von Waremme nach Eupen und endete an der Frankendelle. Für die Region war dies ein Meilenstein, denn erstmals kämpften die besten Profiteams der Welt auf Eupener Straßen um einen internationalen Etappensieg.
In den folgenden Jahren etablierte sich Eupen zeitweise als Zielort der Belgien-Rundfahrt. Besonders die Ankunft im Jahr 2011 bleibt in Erinnerung. Damals gewann niemand Geringerer als der belgische Klassikerkönig Philippe Gilbert die Etappe nach Eupen.
Die bislang letzte große Zielankunft vor der Rückkehr der Tour de Wallonie erfolgte am 20. Juli 2013. Die Auftaktetappe der Rundfahrt führte von Ans nach Eupen und bot ein anspruchsvolles Ardennenprofil. Im Finale setzte sich der Russe Alexandr Kolobnev durch und gewann die Etappe vor Anthony Geslin und Julien Bérard. Die Entscheidung fiel nach fast 190 Kilometer und bescherte Eupen noch einmal einen Platz im internationalen Rampenlicht des Radsports.
Danach verschwand Eupen für mehr als ein Jahrzehnt aus dem Zielbuch großer Rundfahrten. Während Rennen wie die Tour de Wallonie oder die Belgien-Rundfahr regelmäßig durch die Ardennen zogen, fanden die entscheidenden Zieleinfahrten meist anderswo statt.
Christophe Ramjoie