Am Ruhetag des Giro blickt Rex auf einen "unfassbar harten" Renntag zurück. Die nur 130 Kilometer lange Etappe mit über 4.000 Höhenmetern sei von Beginn an mit höchstem Tempo gefahren worden. Nachdem zunächst ein Teamkollege die Mannschaft durch die ersten Rennabschnitte gebracht hatte, übernahm Rex selbst über mehrere Berge hinweg die Führungsarbeit. "Da hab ich mir auch ordentlich die Lampen ausgeschaltet", sagte er rückblickend.
Trotz aller Strapazen habe sich der Einsatz gelohnt. Ziel der Mannschaft sei es gewesen, wichtige Helfer für die entscheidenden Rennphasen am Schlussanstieg nach Pila zu schonen - ein Plan, der laut Rex "echt gut in Erfüllung gegangen" sei. Entsprechend positiv fiel sein Fazit aus: "Es war einfach ein geiler Tag".
Dass anschließend ausgerechnet seine schmerzverzerrten Gesichtszüge zum Gesprächsthema wurden, überraschte ihn selbst. "Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass ich so Gesichtszüge gemacht hab", sagte Rex lachend. Doch die TV-Bilder gingen viral. Oben am Berg hätten bereits Reporter auf ihn gewartet, später sei sein Handy "explodiert". Wirklich stören wolle ihn die Aufmerksamkeit aber nicht: "Im Endeffekt hab ich einfach alles gegeben".
Neben dem unerwarteten Internet-Ruhm steht für Rex und sein Team nun vor allem der Kampf um das Gesamtklassement im Vordergrund. Das Rosa Trikot befindet sich mittlerweile in den eigenen Reihen, doch der Weg bis nach Rom ist noch lang. "Rom ist noch weit", betonte Rex mehrfach. Sechs schwere Etappen stünden noch aus, darunter mehrere "ordentliche Brecher". Deshalb gelte weiterhin nur ein Motto: "Kämpfen, kämpfen, kämpfen - und dann hoffentlich in Rom in Pink".
Radio-Interview mit Tim Rex im Player:
Christophe Ramjoie