Der Parcours umfasst acht Flachetappen, sieben Mittelgebirgsetappen, fünf Hochgebirgsetappen sowie ein Zeitfahren - beste Voraussetzungen für dramatische Kämpfe um das Rosa Trikot. Vor allem in den Alpen und Dolomiten werden die Bergfahrer im Mittelpunkt stehen. Einer von ihnen ist Tim Rex. Für den jungen Kletterspezialisten ist es die erste Teilnahme an einer Grand Tour - und gleich eine mit enormer Verantwortung. Denn Rex startet als wichtiger Helfer an der Seite des Topfavoriten Jonas Vingegaard. Der zweimalige Tour-de-France-Sieger will bei seiner Giro-Premiere das begehrte Rosa Trikot gewinnen.
Noch überwiegt bei Rex die Vorfreude. "Ja, mir geht es eigentlich ganz gut. So langsam kommt die Aufregung - oder was heißt Aufregung? Man freut sich einfach, dass es losgeht", sagte der 22-Jährige vor dem Start in Bulgarien. "Jetzt heißt es eigentlich nur noch abwarten und dann geht's morgen los."
Dass er bereits jetzt bei einer dreiwöchigen Rundfahrt an der Seite eines der größten Favoriten im Peloton fahren darf, hätte er selbst kaum erwartet. "Nee, überhaupt nicht. Vor allen Dingen nicht beim Giro. Wir fahren hier mit Jonas hin und der ist ja echt der ausgesprochene Topfavorit. Dass ich so viel Vertrauen vom Team bekomme, das ist einfach nur krass."
Im Team ist die Rollenverteilung klar definiert: Alles wird dem Gesamtklassement untergeordnet. "Klares Ziel ist hier für Jonas. Hier wird jeden Tag für Jonas gefahren", betont Rex. Die Aussicht, für einen Fahrer wie Vingegaard zu arbeiten, sei zusätzliche Motivation. "Der hat auch schon zweimal die Tour gewonnen. Das ist einfach ein motivierendes Gefühl."
Gerade auf den schweren Bergetappen dürfte Rex eine Schlüsselrolle übernehmen. Angst vor den extremen Anforderungen hat er jedoch nicht. "Ich habe mir die letzte Woche angeguckt und das sieht auf dem Papier schon ziemlich hart aus. Aber ich muss auch einfach an mich glauben. Für jeden wird das hart sein."
Das persönliche Ziel des Debütanten klingt dabei fast bescheiden - und zeigt gleichzeitig den Respekt vor einem der härtesten Rennen der Welt. "Ziel ist einfach, dass ich in Rom in einem Stück ankomme. Und natürlich träumen wir davon, dass Jonas dann pink hat."
Radio-Interview mit Tim Rex im Player:
Christophe Ramjoie