Die Special Olympics sind die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und stehen für sportlichen Wettbewerb, Gemeinschaft und Inklusion. Für den BSC Ostbelgien ist es ein besonderes Ereignis – nicht nur sportlich, sondern auch emotional.
Delegationsleiter Alex Langer erlebt die Spiele nach mehr als 30 Teilnahmen erstmals in der eigenen Region. "Die Erwartungshaltung ist immer sehr, sehr groß", sagt Langer. "Aber dadurch, dass es jetzt in unserer Region stattfindet, spüre ich, dass es bei den Athleten, aber natürlich auch bei den Betreuern und Verantwortlichen schon anfängt zu kribbeln. Man wird ein bisschen nervös – und wir freuen uns. Es wird ein ganz tolles Event werden."
Normalerweise reisen die Delegationen zu den Special Olympics an einen zentralen Ort, verbringen dort mehrere Tage gemeinsam und erleben Siege wie Niederlagen als Team. Obwohl die Wettkämpfe in diesem Jahr auf mehrere Orte verteilt sind, will der BSC Ostbelgien genau dieses Gemeinschaftsgefühl bewahren. Deshalb wird die Delegation wie gewohnt gemeinsam untergebracht sein.
"Wir haben uns zusammengesetzt und gedacht, dass das sehr wichtig ist", erklärt Langer. "Nicht nur das Sportliche zählt, sondern auch alles, was drumherum ist. Gemeinsam im Hotel sein, zusammen frühstücken, sich fertig machen, pünktlich zum Bus gehen – und abends beim Essen erzählen, wer was geleistet hat. Das gehört einfach dazu."
Dass die Spiele nun vor der Haustür stattfinden, dürfte auch für zusätzliche Unterstützung entlang der Wettkampfstätten sorgen. Langer rechnet mit vielen Zuschauern aus der Region: "Viele Verwandte, Freunde und Bekannte haben schon gefragt, wann und wo die Wettbewerbe stattfinden. Ich glaube schon, dass jetzt deutlich mehr Zuschauer aus unserer Region dabei sein werden."
Für einen reibungslosen Ablauf werden weiterhin freiwillige Helfer gesucht. Special Olympics Belgien hofft noch auf Unterstützung an einzelnen oder mehreren Tagen der Veranstaltung. Kontaktdaten auf der Seite von LOS - Einschreibeformular auf der Webseite von Special Olympics Belgium
Für Alex Langer persönlich werden es emotionale Spiele. Es sind seine letzten Special Olympics als alleiniger Delegationsleiter des BSC Ostbelgien. Nach vielen Jahren an der Spitze wird er den Staffelstab schrittweise weitergeben. "Es war klar, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem jemand in meine Fußstapfen tritt", sagt Langer. Mit Daniel Mackels sei bereits ein Nachfolger gefunden worden, der seit Jahren als Betreuer im Verein aktiv ist. "Wir werden die nächste Saison noch gemeinsam machen, danach wird er alleiniger sportlicher Leiter sein."
Ein zentrales Thema der diesjährigen Spiele ist außerdem die Inklusion. Dabei geht es nicht nur um sportlichen Wettbewerb für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, sondern auch um gemeinsames Miteinander mit anderen Vereinen und Athleten. Der BSC Ostbelgien arbeitet inzwischen eng mit mehreren regionalen Clubs zusammen. "Wir sind sehr bemüht, mit anderen Sportclubs zusammenzuarbeiten", betont Langer. Besonders stolz ist er darauf, dass zwei Athleten des Vereins über 1.500 Meter in der Leichtathletik antreten werden – begleitet von Thierry Langer und Pascal Langer. "Wir finden, das ist eine ganz tolle Sache."
Wenn Mitte Mai die Flamme der Special Olympics in Ostbelgien brennt, wird also nicht nur um Medaillen gekämpft. Es geht um Gemeinschaft, Begeisterung und gelebte Inklusion – erstmals direkt vor der eigenen Haustür.
Radio-Interview mit Alex Langer im Player:
Christophe Ramjoie