Der 260 Kilometer lange Klassiker mit über 4.500 Höhenmetern gilt als Prüfstein für die komplette Weltelite - und als gnadenlos ehrlich. Für Rex ist es zugleich ein Heimspiel. "Ich freue mich auf jeden Fall sehr. Ich würde sagen, das ist mein Heimrennen. Es gibt kein Rennen bei den Profis, das mir näher ist. Ich fahre hier auf meinen Trainingsrouten - darauf habe ich richtig Lust."
Neben der Vorfreude überwiegt der Respekt vor der Distanz und dem brutal selektiven Finale. "Ich habe auf jeden Fall sehr viel Respekt. 260 Kilometer und 4.500 Höhenmeter - und die meisten davon kommen am Ende. Das ist unfassbar hart."
Besonders die Schlussphase hat es in sich: Nach der Rückkehr aus Bastogne warten die entscheidenden Anstiege wie die Côte de La Redoute oder die Côte de la Roche aux Faucons. "Ab da geht es eigentlich nur noch hoch oder runter. Die Anstiege sind teilweise kurz, aber richtig steil. Ab der Redoute wird das Rennen wahrscheinlich richtig eröffnet."
Ein Fahrer wie der Topfavorit Tadej Pogačar dürfte dabei erneut eine zentrale Rolle spielen. "Wenn Pogacar sich nicht anders entscheidet, geht es da jedes Jahr los. Dann wird das Feld auseinanderfliegen - und entweder du hast die Beine oder eben nicht."
Für sein Team "Visma Lease A Bike" sieht Rex klare Vorteile in der Außenseiterrolle. "Ein bisschen Underdog zu sein, ist nie verkehrt. Wir müssen das Rennen nicht kontrollieren. Wir können am Anfang Kräfte sparen, während andere arbeiten müssen."
"Es wird ein extrem hohes Tempo geben, und das Peloton wird immer kleiner. Wichtig ist, so lange wie möglich Energie zu sparen - und dann im Finale da zu sein. Mein Ziel ist, so weit wie möglich zu kommen. Wenn ich im Ziel bin, dann möchte ich wissen, dass ich wirklich alles gegeben habe", so Rex zu seiner persönlichen Zielsetzung am Sonntag.
Ein Vergleich mit seinem U23-Auftritt in Lüttich, bei dem er bereits in den Top Ten landete, sei kaum möglich. "Das kann man nicht vergleichen. Jetzt sind es fast 100 Kilometer mehr und deutlich mehr Höhenmeter. Das ist einfach ein ganz anderes Rennen."
Radio-Interview mit Tim Rex im Player:
Christophe Ramjoie