Im Vergleich zum 3:3-Unentschieden gegen Beerschot nahm die AS Eupen keine Veränderungen in der Startelf vor. Vor dem letzten Spieltag war die Ausgangslage klar: Wollten die Ostbelgier die Aufstiegsrunde doch noch erreichen, musste zwingend ein Sieg her. Gleichzeitig war Eupen auf Schützenhilfe der Francs Borains angewiesen, die bei Patro Eisden selbst noch um den Klassenerhalt kämpften.
Patro ging dabei mit der besseren Ausgangsposition in den Spieltag, denn der direkte Konkurrent lag vor dem Anpfiff einen Punkt vor der AS. Beim RFC Lüttich stand mit Emrehan Gedikli zudem ein Spieler auf dem Platz, der in der vergangenen Saison noch für Eupen auf Torejagd gegangen war. Die Gastgeber hatten ihr Ticket für die Aufstiegsrunde bereits sicher, wollten sich aber mit Blick auf die Play-offs noch eine bessere Ausgangsposition verschaffen – Rang vier war weiterhin möglich.
Patro Eisden legt vor
Im Fernduell mit Eupen setzte Patro Eisden früh ein erstes Zeichen: Ausgerechnet Ex-AS-Spieler Stef Peeters brachte seine Mannschaft bereits in der 1. Minute vor heimischem Publikum mit 1:0 gegen Francs Borains in Führung.
In Lüttich erwischten zunächst die Gastgeber auf dem etwas ramponierten Kunstrasen den aktiveren Start. Doch mit ihrer ersten gelungenen Offensivaktion schlug die AS Eupen zu. Nach einem Zuspiel von Mark Müller traf Yoram Zague mit einem satten Flachschuss ins linke Eck zur Führung. Im mit rund 250 Fans besetzten Gästeblock kannte der Jubel keine Grenzen.

Eupen blieb anschließend am Drücker. Ein weiterer Abschluss von Caliskan wurde in letzter Sekunde von der Lütticher Defensive geblockt. In der 27. Minute war dann Eupens Schlussmann Marco Hiller gefordert, als er bei einem Kopfball von Alexis Lefebvre blitzschnell unten war und den Ausgleich verhinderte.
Nur zwei Minuten später war Hiller jedoch machtlos: Nach einem Freistoß von der rechten Seite köpfte Lüttichs Kapitän Jordan Bustin den Ball wuchtig zum 1:1 in die Maschen. Kurz darauf musste Eupen verletzungsbedingt wechseln. Für den angeschlagenen Barès kam Oriol Busquets ins Spiel. Lüttich war nun wieder deutlich besser in der Partie und verpasste in der 34. Minute durch Lefebvre sogar die Führung. Kurz vor dem Pausenpfiff sah derselbe Spieler noch die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe.
Mit dem 1:1 ging es in die Kabinen. Zu diesem Zeitpunkt war Eupen nicht in den Play-off-Plätzen – doch noch blieben 45 Minuten, um das Blatt zu wenden.
Zur zweiten Halbzeit brachte Eupen Zakaria Atteri ins Spiel. Der Ex-Lütticher wurde an seiner früheren Wirkungsstätte mit einem lautstarken Pfeifkonzert empfangen. Auf dem Platz hatten die Ostbelgier kurz nach Wiederbeginn Glück, dass die Gastgeber einen Ballverlust von Keita nicht konsequent ausnutzten. Im Parallelspiel in Maasmechelen baute Patro Eisden derweil seinen Vorsprung auf 2:0 aus.
Doppelschlag in Maasmechelen besiegelt Eupens Schicksal
Lüttich kombinierte sich in dieser Phase mehrfach gefällig bis in die gefährliche Zone, ohne jedoch zwingend zu werden. Auf Eupener Seite kam mit Logan Delaurier-Chaubet für Caliskan ein offensiver ausgerichteter Spieler. Der Franzose brachte sofort frischen Schwung ins Angriffsspiel der Gäste und setzte gleich mehrere Akzente. Die Entscheidung im Rennen um das letzte Ticket für die Aufstiegsrunde fiel schließlich in Maasmechelen: Patro machte mit einem Doppelschlag in der 76. und 77. Minute zum 4:0 alles klar.
Und es kam noch bitterer für die Ostbelgier: Ausgerechnet Ex-AS-Spieler Jonathan D’Ostilio erzielte in der 78. Minute die Führung für den RFC Lüttich. Damit waren sämtliche Eupener Hoffnungen auf die Aufstiegsrunde endgültig dahin.
Die Ostbelgier beenden die Saison auf dem undankbaren siebten Tabellenplatz.