Von Beginn an sprach Trainer Bruno Pinheiro von einem "Findungsprozess", da zahlreiche neue Spieler integriert werden mussten. Dieses Argument war zu Saisonbeginn nachvollziehbar, doch über die gesamte Spielzeit hinweg fehlte der Mannschaft vor allem eines: Konstanz. Zu selten gelang es der AS, das Potenzial auf den Platz zu bringen. Wirklich starke Auftritte waren aus Sicht der Fans Mangelware, stattdessen wechselten sich ordentliche Leistungen immer wieder mit ernüchternden Rückschlägen ab.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wenige Lichtblicke, zu viel Inkonstanz und das Ziel deutlich verfehlt. Gerade für die Anhänger ist das enttäuschend, denn nach dem Abstieg hatte man sich eine klare Reaktion und einen Angriff auf die oberen Plätze erhofft.
Auch die Wintertransfers konnten keine entscheidende Wende bringen. Kikas hatte – abgesehen von seinem Hattrick gegen Jong Gent – insgesamt einen schweren Stand und blieb vieles schuldig. Zague, immerhin mit Champions-League-Erfahrung aus Kopenhagen gekommen, bekam nur selten die Gelegenheit, sein Können zu zeigen. Und Mashaal blieb praktisch ohne Wirkung, ohne nennenswerte Akzente zu setzen.
"Abgerechnet wird am Schluss" hatte Bruno Pinheiro immer wieder betont. Nun ist der Schluss da – und die Bilanz fällt ernüchternd aus. Das angestrebte Ziel wurde verpasst, weil die Aufgabe offenbar schwerer war als gedacht.
Nun richtet sich der Blick nach vorne. Mit der Übernahme durch QSI stellt sich die Frage, ob ab der kommenden Saison der Wiederaufstieg ernsthaft in Angriff genommen werden kann. Klar ist aber auch: Der Weg zurück in die 1. Division A wird alles andere als einfach. Die Challenger Pro League ist kein Selbstläufer – das hat die AS Eupen in dieser Saison schmerzhaft erfahren müssen.
Christophe Ramjoie