Kurz vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 22. Februar) herrscht in den italienischen Austragungsorten eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung.
"Die Stimmung ist gut. Ein bisschen Nervosität ist überall noch zu spüren. Die Mannschaften reisen jetzt so langsam alle an", sagt Philippe Heck, Head of Delegation Biathlon. "Das ist kein normaler Weltcup. Es ist alles ein bisschen größer - mehr Leute, mehr Medien, mehr Aufmerksamkeit."
Besonders präsent ist diese Dimension in Antholz, dem Biathlon-Zentrum der Spiele. Für die Olympischen Winterspiele wurden dort rund 55 Millionen Euro in die bereits bestehende Anlage investiert. Eine Summe, die auch in der öffentlichen Diskussion Fragen nach Nachhaltigkeit aufwirft - sportlich jedoch klar sichtbar ist.
"Die Anlage war ohnehin schon top, aber sie hat sich noch einmal richtig schick gemacht für Olympia", erklärt Heck. "Vor allem das Stadion wurde ausgebaut, besonders der Pressebereich. Alles war gut - und ist jetzt noch einmal besser als sonst." Auch sportlich setzt Antholz Maßstäbe: Die Strecke wurde angepasst und weiterentwickelt. "Die Strecke ist sicher jetzt das Maß aller Dinge - was Profile, Übergänge und Anspruch betrifft. Wirklich toll."
Für das belgische Biathlon-Team beginnt der olympische Wettkampf am Sonntag mit der Mixed-Staffel. Die Zielsetzung ist klar definiert. "Unsere Mixed-Staffel ist der Schlüsselwettkampf für uns", betont Heck. "Wir haben in den letzten Jahren immer wieder Top-10-Resultate geschafft, auch außerhalb der Staffel. Für das Belgische Olympische Komitee zählen vor allem Top-8-Platzierungen - und das ist auch hier unser klares Ziel."
Ein Platz unter den besten acht Teams sei ambitioniert, aber realistisch. "Natürlich sind hier alle Nationen mit ihren besten Athleten vertreten. Aber wir haben vor zwei Jahren bei der WM gezeigt, dass es möglich ist. Dieses Ziel ist erreichbar - und darauf haben wir hingearbeitet."
Für Philippe Heck, der aus Bütgenbach stammt, sind es bereits die dritten Olympischen Winterspiele als Head of Delegation. Besonders stolz macht ihn in diesem Jahr die starke ostbelgische Präsenz: Mit Marisa Emonts, Mark Mackels und Thierry Langer stehen gleich drei Athletinnen und Athleten aus Ostbelgien im belgischen Team.
"Als Belgier freut mich das natürlich sehr - auch wenn ich in meiner Funktion national denken muss", sagt Heck. "Aber es macht schon stolz, dass unsere kleine Region den belgischen Biathlonsport so unterstützen kann. Das zeigt, dass wir in Ostbelgien einiges richtig gemacht haben."
Für Heck ist diese Olympia-Teilnahme auch eine Bestätigung der jahrelangen Aufbauarbeit. "Es ist gut für unsere Region, gut für den Biathlonsport und auch eine Rechtfertigung für das Biathlonstadion, das vor elf Jahren gebaut wurde. Unser Leitspruch war immer: 'Wo olympische Träume wahr werden können.' Dass wir das jetzt bei den ersten Olympischen Spielen hier direkt beweisen können, ist etwas ganz Besonderes."
Christophe Ramjoie