Nach dem unterm Strich enttäuschenden 1:1 am Dienstag gegen Lokeren nahm Eupens Trainer Bruno Pinheiro für die Partie gegen Jong Genk zwei Änderungen in der Startelf vor: Igor Plastun und Logan Delaurier-Chaubet rückten für Yentl Van Genechten und Nathan Bitumazala zurück in die Anfangsformation.
Die Atmosphäre im Leunenstadion in Geel, wo Jong Genk seine Heimspiele austrägt, hatte etwas von einem Geisterspiel. Eupens Anhänger waren nicht angereist, um ihrem Unmut über die schwachen Leistungen zu Jahresbeginn Ausdruck zu verleihen. Auch das Interesse an der U23-Mannschaft der Genker hält sich generell in Grenzen. Die Gastgeber feierten ihren letzten Sieg am 9. Dezember, Eupen seinen letzten Erfolg am 18. Dezember gegen Patro Eisden.
Die Initiative übernahmen erst einmal die Nachwuchskicker des KRC Genk. Eupen ließ die Limburger in den ersten Minuten gewähren. Die Ostbelgier brauchten eine Weile, um in die Partie zu finden, und wurden erst nach einer Viertelstunde etwas mutiger. Die erste Chance der Partie hatten jedoch die Gastgeber: In der 21. Minute setzte Kim Myeongjun den Ball aus der Drehung rechts neben das Eupener Tor.
Für Aufregung auf Eupener Seite sorgte eine Szene in der 28. Minute, als der Ball an die Hand von Keeper Luca Brughmans sprang. Der Schlussmann war weit aus seinem Kasten geeilt, um außerhalb des Sechzehners vor Kikas zu klären. Eupens erste nennenswerte Chance ließ bis zur 36. Minute auf sich warten, als sich die Mannschaft über die linke Seite durchkombinierte, Nuhu den Ball am zweiten Pfosten jedoch vorbei setzte. Genks Antwort folgte drei Minuten später. Hiller im Eupener Tor musste sich bei einem Schuss von der Strafraumgrenze ganz schön strecken, um den ersten Treffer des Abends zu verhindern. Nach einer insgesamt eher trostlosen ersten Halbzeit ging es torlos in die Kabine.
Das Spielbild änderte sich auch zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht. "Wake up", also "wacht auf", forderte Schlussmann Marco Hiller von seinen Vorderleuten, die der jungen Genker Mannschaft zu viel Raum ließen. Es dauerte bis zur 53. Minute, ehe Eupen nach einem ruhenden Ball zu seiner ersten Chance des zweiten Durchgangs kam. Bokadi setzte seinen Kopfball neben das Tor. Kurz darauf gab es Aufregung auf Eupener Seite, als Keitas Treffer vom Unparteiischen-Gespann aberkannt wurde. Der Schiedsrichter hatte zuvor ein Foul an Kenan Haroun gesehen.
Nach einer Stunde Eupen etwas mutiger und mit einem starken Abschluss durch Gavory, der zur Ecke geklärt werden konnte. Auch die wurde gefährlich, aber Plastuns Kopfball landete neben dem Tor. Eupen agierte weiter vorsichtig, fast schon ein wenig ängstlich. Eine Viertelstunde vor Schluss brachte Adrian Palacios die junge Genker Truppe mit einem Kopfball an die Unterkante der Latte nach Ecke von der linken Seite in Führung. Die Eupener Reaktion wurde in der 79. Minute nicht belohnt. Nuhus Abschluss flog über das Tor.
Trainer Bruno Pinheiro wechselte danach vierfach. Atteri, Müller, Van Genechten und Busquets kamen für Paeshuyse, Bares, Keita und Möhwald. Das Tor machten die Hausherren. Coenen sorgte in der 83. Minute für die Vorentscheidung. Ein Aufbäumen der Ostbelgier nicht erkennbar. Die 0:2-Niederlage ging unterm Strich in Ordnung. Betretene Gesichter nach der siebten Saisonniederlage, die den Traum von der Aufstiegsrunde zunächst einmal in weite Ferne rücken lässt. Statt obere Tabellenregion ist in Eupen Mittelmaß angesagt.
Das nächste Spiel bestreiten die Eupener im heimischen Kehrwegstadion gegen den Tabellenzweiten Kortrijk.
Christophe Ramjoie