Belgien und andere Länder verzichten auf „One-Love“-Binde

Bei der Fußball-WM in Katar wird Eden Hazard beim Auftaktspiel der Roten Teufel am Mittwoch doch nicht mit der sogenannten "One-Love"-Kapitänsbinde auflaufen.

Eden Hazard mit der "One-Love"-Kapitänsbinde (Bild: Virginie Lefour/Belga)

Eden Hazard mit der "One-Love"-Kapitänsbinde (Bild: Virginie Lefour/Belga)

Das geht aus einer Mitteilung hervor, die sieben Teams gemeinsam veröffentlicht haben, darunter der Belgische Fußballverband. Auch die Kapitäne u.a. der Nationalmannschaften aus Deutschland, England, Frankreich und den Niederlanden verzichten jetzt auf das Symbol.

Der Welt-Fußballverband FIFA hatte deutlich gemacht, dass er die „One-Love“-Binde nicht erlaubt und das Tragen mit einer gelben Karte bestrafen wird. Die FIFA verweist auf ihr Regelwerk, das nur das Tragen einer von ihr gestellten Kapitänsbinde erlaube.

Belgischer Fußballverband enttäuscht

Der belgische Fußballverband ist enttäuscht über die Entscheidung der FIFA. Das schreibt der Verband in einer Mitteilung. Eine in solchen Fällen übliche Geldstrafe hätte man gezahlt. Dass die Spieler aber eine gelbe Karte bekommen oder das Spielfeld verlassen müssten, wolle man nicht.

Die One-Love-Kapitänsbinde ist eine Aktion zur Unterstützung der Rechte von Minderheiten in dem streng islamischen Land, vor allem der LGBT+-Gemeinschaft.

Auswärtstrikot der Roten Teufel missfällt der FIFA

Neben dem Verbot der One-Love-Kapitänsbinde müssen die Roten Teufel bei der Fußball-WM in Katar eine weitere Änderung vornehmen. Der Weltfußballverband FIFA will, dass das belgische Auswärtstrikot ausgetauscht wird. Der Grund: das Wort „Love“ mit Regenbogenfarben auf der Innenseite des Kragens.

Laut Fußballverband symbolisiert das vom Feuerwerk des Tomorrowland-Festivals inspirierte Auswärtstrikot Werte wie Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion.

belga/jp/vk

24 Kommentare
  1. Jochen Decker

    Man wird sich doch nicht etwa an das Verbot halten?
    Hier heißt es doch: Gesicht zeigen, Signale setzen, gegen Hass aufstehen, Diskriminierung ächten, Rassismus verurteilen, Diversität und queeres Leben befördern, die offene Gesellschaft einfordern, die Toleranz verteidigen, usw.

    Also wird das Gesicht nur gezeigt, wenn mittels Gratismut die Streicheleinheiten garantiert sind?
    Etwas armselig, relativ feige und absolut unglaubwürdig.

    Liebe Kicker, entweder oder. Wer seine angeblichen Überzeugungen, für die er sonst mit breiter Brust aufläuft, nun über Bord wirft, der möge uns zukünftig auch hier mit seinem Theater, das ohnehin die meisten Fans nervt, verschonen.

    Was für Helden.

  2. André Davids

    Fußballspieler sollen einfach nur Fußball spielen, statt mit politischen Botschaften auf etwas aufmerksam machen zu wollen.
    Wir aus dem Westen denken immer, dass wir unsere Werte und unser Gedankengut jedem aufdrängen müssen. Wir tun so als wären wir immer im Recht und andere Sichtweisen von vorneherein schlecht.
    Wir fordern dass Araber sich anpassen sollen, wenn sie nach hier kommen. Tun wir doch einfach mal das Gleiche, wenn wir dorthin gehen. Das ist Respekt!

  3. Werner Radermacher

    Manuel Neuer spielt für den FC Bayern und die haben gute geschäftliche Verbindungen mit Katar. Wie auch Paris St. Germain. Deren Riesengehälter werden auch durch Katar mitfinanziert. Die Spieler von diesen Vereinen sollten sich ehrlich machen.
    Und Katar kritisieren und gleichzeitig Vereine anfeuern die von Katar ganz oder teilweise finanziert werden, ist Heuchelei.
    Niemals hätte die FIFA diese WM an einem islamistischen Land vergeben dürfen.

  4. Guido Scholzen

    Wieso sollen sich (westliche) Sportler zum Genderismus bekennen?
    Mit dieser Weltanschauung sind ja nicht mals alle Menschen im Westen einverstanden, also warum so ein Zeichen?
    Ach so: Wer das falsche Glaubensbekenntnis hat, wird aussortiert.
    Wie wäre es mit einer Armbinde „ISLAM – NO THANKS“

  5. Werner Radermacher

    Zitat aus einer großen deutschen Zeitung: “ Konsequenzen drohen: Iranische Spieler boykottieren Hymne – Staatssender unterbricht Übertragung“

    Repekt vor den mutigen Iraner!!

    Da ist dieses Niederknien vor der Spielen gegen angeblichen Rassismus gewisser westeuröpäischer Manschaften nur Gratismut.

  6. Alexander Hezel

    Eigentlich soll man Trolle und Extremisten ja nicht füttern, deshalb nur Folgendes zu den scholzenschen Tiraden:

    Einen Menschen lieben ist keine Weltanschauung.

    Hass ist keine Meinung.

  7. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Die iranischen Spieler beweisen Mut, die riskieren Leib und Leben. Nur den Qataris machen sie keine Vorschriften. Den Iranern geht es um das eigene Land. Die „One-Love“-Binde ist doch nichts anderes als der Versuch, einer anderen Kultur die westlichen Wertvorstellungen aufzuzwingen. Kolonialmentalität eben. Zum Glück machen das nicht alle mit.

  8. Dieter Leonard

    “Packts zam und kommts nach Hause”

    (Der Rennrodler Felix Loch in Richtung der deutschen Nationalelf nach dem Bindengate)

  9. Yves Tychon

    @ MSE : Kolonialmentalität ? Sie meinen vermutlich diese rückständige Geisteshaltung, bei der Schwule Aussätzige und Frauen entrechtet, ausländische Arbeitnehmer Leibeigene sind und die Pöstchen von einer selbst ernannten Elite verteilt werden. Richtig?

    Und jetzt denken Sie mal scharf nach: Wem kann man jetzt « Kolonialmentalität » unterstellen? Den Fußballern aus liberal eingestellten Ländern oder den Kataris?

  10. Dieter Leonard

    Sie ersparen mir eine Replik auf M. Scholzen und … treffen den Nagel auf dem Kopf, Herr Tychon.
    Scharf nachdenken ist nunmal nicht jedermanns Sache. Nachdenken würde oftmals jedoch schon reichen…

  11. André Davids

    Nein, mit Kolonialmentalität wird gemeint, dass wir (v.a. der Westen) immer jedem unsere Wertevorstellungen aufdrängen wollen. Darum geht’s.

  12. Michael Arno

    @MARCEL SCHOLZEN EIMERSCHEID Gut dass die Alliierten Europa 1944-45Kolonialisiert haben!!!!

  13. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Herr Tychon.

    Unter Kolonialmentalität verstehe ich, wenn man seine eigene Kultur, Ansichten etc für überlegen und für die einzig richtigen hält und anderen Völkern und Staaten die aufzuzwingen versucht.Und das ist hier klar der Fall.Die Qataris habe nicht drum gebeten, diese Armbinde zu tragen. Wären die Qataris einverstanden gewesen, wäre es ein leichtes gewesen für die mit ihrem Geld die FIFA zu einer Regeländerung zu bewegen.

    Selbst die freiheitlichste Einstellung rechtfertigt kein Agieren nach Kolonialherrenart.Das sollte doch der Vergangenheit angehören.

    Dazu noch ein schönes Zitat von Madame Roland (Opfer der Schreckensherrschaft während der Französischen Revolution) :
    „Oh Freiheit, was werden in deinem Namen Verbrechen begangen.“.

  14. Dieter Leonard

    @ André Davids

    Aber Sie meinen mit „Wertevorstellungen“…hoffentlich nicht universelle Menschenrechte? Denn darum geht es m.E. und um nichts anderes.

    Wenn eine Mannschaft mit einer harmlosen Kapitänsbinde auflaufen möchte (ein Thema, das viel zu hoch gehängt wird) drückt sie anderen nicht ihre Wertevorstellungen auf, sondern zeigt allenfalls, welche Werte für sie zählen.

    Der eigentliche Skandal aber auch Offenbarungseid (neben der gekauften Vergabe der WM an Katar und dem Versäumnis der FIFA, dem Ausrichter klare Auflagen in Sachen Arbeits- und Menschenrechte zu machen) war m.E. die Tatsache, dass der vogelfreie FIFA-Präsident (der in Doha ganz uneigennützig sein Domizil aufgeschlagen hat) auf der Tribüne neben dem Saudi-Arabischen Kronprinzen und mutmaßlichen Mordauftraggeber Mohammed bin Salman Platz genommen hatte. (Stichwort Jamal Khashoggi)

    Ein deutlicheres Zeichen für die Werte, die die Fifa vertritt und wie tief korrupt, skrupellos und völlig wertefrei sie agiert, kann es nicht geben.

  15. Werner Radermacher

    Wenn für Belgien, Deutschland, England, Frankreich und den Niederlanden die „One-Love“-Binde und diese Werte wirklich so wichtig wären, dann würden sie abreisen. Aber nicht der Sport, sondern die Geldgier hält diese überbezahlten Grashüpfer in Katar.
    Ich wiederhole mich gerne: Niemals hätte die FIFA diese WM an einem islamistischen Land vergeben dürfen. In einem Land, in dem Minderheiten unterdrückt werden. All das war vor WM Beginn bekannt. Die „Enttäuschung“ ist Heuchelei.

  16. Lutz-René Jusczyk

    > “Packts zam und kommts nach Hause”

    Das wäre konsequent, aber dazu ist natürlich auch keine Mannschaft bereit.

    Eines scheint sicher zu sein: Die Wahl des Austragungsortes dieser WM wird nicht nur der FIFA, sondern auch dem Weltfußball einen Schaden zufügen, der sich nicht zuletzt in verringerten Sponsorengeldern niederschlagen wird.

    Zur ganzen Wahrheit gehört natürlich auch, dass es in westlichen Ländern immer schwieriger wird, sportliche Großveranstaltungen auszutragen, da es in den seltensten Fällen gelingt, die Bevölkerung vor Ort zu einer Zustimmung zu bewegen. In Diktaturen werden die Bürger nicht gefragt und die Machthaber können ihre Länder als scheinbar weltoffene Staaten präsentieren, deshalb werden sie mit Nachdruck versuchen, solche Turniere in ihr Land zu holen.
    Natürlich werden sich vor diesem Hintergrund Sportfunktionäre fragen: Warum sollen wir in ein Land gehen, wo wir mit massiven Protesten vor und nach der Austragung rechnen müssen, während man uns anderswo den roten Teppich ausrollt?

  17. Yves Tychon

    Werter Herr Jusczyk,

    selten war ich so 150%ig einverstanden mit Ihnen!

  18. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Fußball ist längst zum Wirtschaftsfaktor geworden und ist globalisiert wie andere Industrien.Es ist doch besser die Scheichs geben ihr Geld für Fußball aus anstatt für Rüstungsgüter.Das wäre eine wirkliche Gefahr für den Weltfrieden.So sind die Scheichs nur ein „Problem“ für ein paar westliche Moralapostel und Heuchler.Das bringt den Frieden nicht in Gefahr.Und viele asiatische Bauarbeiter haben dort ihr Geld verdient.Die wären vielleicht vor Hunger gestorben.Das wäre auch ein Verstoß gegen die Menschenrechte.

    Herr Jusczyk.
    Bitte bedenken Sie. Auch Sie arbeiten für ein diktatorisches System, nämlich die katholische Kirche.Die funktioniert ungefähr wie ein Scheichtum.Sie kennen sich also bestens aus.

    In anderen Teilen der Welt schütteln die Menschen den Kopf über diese Diskussion.Die schauen Fußball und diskutieren Politik zu einem anderen Zeitpunkt.

  19. Yves Tychon

    Aber sicher doch, Herr Scholzen :

    « Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral  ! »

  20. Edmund Gebser

    Werter Herr Tychon,

    wenn Sie schon Brecht zitieren sollten Sie das Zitat im ganzen bringen.
    Es setzt sich fort mit den Worten:
    „Erst muss es möglich den kleinen Leuten, vom großen Kuchen ihren Teil zu schneiden.“
    Bei der FIFA gibt es aber keine kleinen Leut‘ allenfalls kleine Geister, also Kleingeister. Der kleine Leut darf allenfalls zuschauen und applaudieren oder, wie im Fall Kathar, sich gruseln.

  21. Yves Tychon

    Werter Herr Gebser,

    auf die Gefahr hin, dass Sie verschnupft reagieren: Sollte es nicht « Katarrh » heißen ? 🤣

  22. Dieter Leonard

    Für MSE nochmal in Zeitlupe:

    Mit dem Tragen einer Kapitänsbinde zwingt man niemandem weder seine Meinung noch seine Werte auf, sondern zeigt allenfalls für welche Werte man steht.
    Dies hat mit Kolonialgehabe nichts, aber auch gar nichts zu tun.
    Allenfalls ist dies ein Zeichen dafür, das man sich von den Unwerten der Kolonialzeit längst verabschiedet hat, gegen (!) Unterdrückung und für Toleranz steht.
    Sollte das Tragen einer Armbinde das Aufzwingen einer Meinung oder von Wertvorstellungen sein, was ist dann das tägliche Politiker-Bashing, was die Verunglimpfung von Beiträgen zur Bürgerbeteiligung, was die Verächtlichung von Klimaschützern, was permanente demokratiezersetzende defätistische „Rhetorik“?

    Kehren Sie vor Ihrer eigenen Tür. Dort gibt es viel zu tun.

  23. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Guten Abend Herr Leonard.

    Wollen Sie einfach nur mal Dampf ablassen und diskutieren deshalb am Thema vorbei.Politiker-Bashing, Klimaschützer haben nichts mit der WM zu tun.

    Diese Armbinde wird von FIFA und Katar als unpassend empfunden.Das falsche Kleidungsstück am falschen Ort eben.Sie gehen doch auch nicht in der Badehose zum Supermarkt. Oder wohl ?

    Sie haben anscheinend ein Problem mit anderen Kulturen und Staaten.Wenn man in andere Länder geht, muss man sich richtig benehmen.Es ist nicht überall wie „bei uns“.Ist aber nicht schwer, nur folgenden Merksatz beachten :

    Dans le pays où tu vas
    Fait comme tu vois.

  24. GUIDO SCHOLZEN

    Wirklich Respekt habe ich nur für die Iraner, denn die wissen nicht, was sie erwartet, wenn die heim kommen in eine islamische Diktatur.

    Dieses „Armbinde-Gate“ ist zuerst mal eine Bankrott-Erklärung für die Gutmenschen-Ideologie, die uns permanent eine nervende Moralkeule nach der andern serviert, aber einknickt, wenn es ans Eingemachte geht wie hier in einer islamischen Disktatur.
    Haltet euch doch selber zum Narren!

    Diese nutzlosen Moralisten sind doch verlogene Selbstdarsteller. Wenn hier in Europa gegen den Islam gepredigt wird, dann sind die Islamkritiker allesamt islamophob bis ausländerfeindlich.
    Sind die Iraner, nicht nur die National-Fussballer auch zehntausende von Protestlern seit Wochen im Iran, denn auch islamophob?
    Fakt ist: „Islamophobie“ gibt es überhaupt nicht!

    Gutmenschen sind eben selbstgerechte Selbstdarsteller:
    Hauptsache HALTUNG zeigen.
    Warum gibt es denn keine Demonstrationen vor Moscheen oder an den Botschaften Katars?
    Weil Gutmenschen im grunde feige sind.
    Nur diejenigen, die sich nicht gegen diese Ideologen wehren und zu fast allem ja sagen und mitlaufen, nur die sind noch feiger.