Grégory Fastré: „Es war wichtig für die Moral, hier zu sein“

Beim 24-Stunden-Rennen für Motorräder in Spa fehlt ein Name in der Startliste: Grégory Fastré. Der Rennfahrer aus Verviers hat sich beim letzten Rennen in Le Mans schwer verletzt, musste vier Mal operiert werden und sitzt noch im Rollstuhl. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, vor dem Rennstart vorbeizuschauen.

Grégory Fastré besucht die Kollegen bei den 24 Spa Motos - "auch wenn es im Rollstuhl ist, ich bin froh, hier zu sein" (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Grégory Fastré besucht die Kollegen bei den 24 Spa Motos - "auch wenn es im Rollstuhl ist, ich bin froh, hier zu sein" (Bild: Katrin Margraff/BRF)

„Es geht mir sehr gut, vielen Dank. Ich bin froh, dabei zu sein, auch wenn es im Rollstuhl ist. Aber ich bin hier“, erzählt Grégory Fastré vor dem Rennstart im BRF-Interview. „Trotzdem blutet mir natürlich das Herz, dass ich nicht auf dem Motorrad sitze. Ich habe 19 Jahre auf dieses Rennen gewartet. Beim letzten 24-Stunden-Rennen 2003 bin ich hier gefahren. Es ist schwer, aber ich wollte dabei sein, um die Jungs anzufeuern.“

Fastré war bei den 24h Motos in Le Mans schwer gestürzt. Im Training fiel plötzlich die Bremse an seinem Motorrad aus. „Ich habe es noch geschafft, die Geschwindigkeit von 230 auf 80 Stundenkilometer zu reduzieren, aber dann bin ich ausgerechnet an der einzigen Stelle, an der keine Reifenstapel sind, in die Wand geknallt. Es war ein heftiger Unfall und ich muss sagen, es hätte viel schlimmer ausgehen können.“

Becken, Schulter und Kiefer waren gebrochen, auch ein Schädel-Hirn-Trauma wurde diagnostiziert. Fastré wurde vor Ort ein erstes Mal operiert und dann im Privatjet nach Lüttich gebracht. Im Citadelle-Krankenhaus folgten drei weitere Operationen.

Nach dem Start geht es zurück ins Reha-Zentrum in Lüttich. „Leider geht es nur sehr langsam voran. Dienstag habe ich noch einen Röntgen-Termin zur Kontrolle und dann wird entschieden, ob ich wieder anfangen kann, die Schulter zu benutzen. Bisher darf das nur der Kiné.“

Auch wenn es nicht einfach war, im Rollstuhl den Kollegen auf den Motorrädern zuzusehen – „es war wichtig für die Moral, heute hier zu sein. Motorradfahren ist meine Leidenschaft. Das ist das, was mich antreibt.“

Katrin Margraff