Rabenschwarzer Abend für die AS Eupen im Derby gegen Standard Lüttich

Die AS Eupen hat das Derby bei Standard Lüttich mit 0:1 verloren. Agbadou lenkte den Ball in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit unglücklich ins eigene Tor. Das Spiel musste Mitte des ersten Durchgangs unterbrochen werden, nachdem aus dem Eupener Fan-Block Pyrotechnik auf den Platz geworfen wurde.

Standard Lüttich vs. AS Eupen

Bild: Virginie Lefour/Belga

Stefan Krämer musste seine Mannschaft gezwungenermaßen auf zwei Positionen verändern. Für den angeschlagenen Jonathan Héris stand Silas Gnaka auf dem Platz. Für den gelbgesperrten Nuhu war es N’Dri. Bei Lüttich fehlte Stammtorhüter Arnaud Bodart, der sich beim letzten Training vor dem Derby am Knie verletzt hatte. Bodart hatte in der letzten Saison in der Nachspielzeit noch für den Lütticher Ausgleich gesorgt. Für ihn stand Laurent Henkinet im Kasten.

Überschattet wurde die Partie rund zwei Stunden vor dem Anpfiff durch den Zusammenbruch des Eupener Vereinsoriginals Roger Maurage im Presseraum des Stadions. Der 83-Jährige musste gleich mehrere Male reanimiert werden und wurde anschließend in ein Lütticher Krankenhaus gebracht, wo er aber verstarb.

Die Lütticher hatten direkt in der ersten Minute den ersten Abschluss durch den mit aufgerückten Nkounkou. Manaf Nurudeen im Eupener Tor war aber rechtzeitig abgetaucht, um den ersten Treffer des Abends zu verhindern. Eupens Antwort folgte in der siebten Minute in Form eines Distanzschusses von Stef Peeters. Henkinet musste ein erstes Mal spektakulär abheben. Drei Minuten später versuchte es Bastien für die Lütticher von der Strafraumgrenze. Der Ball flog rechts am Eupener Tor vorbei.

In der 21. Minute musste Schiedsrichter Jasper Vergoote das Spiel für einige Minuten unterbrechen, da aus dem Eupener Block einige der mitgereisten Anhänger wiederholt Pyrotechnik auf den Platz geworfen hatten. Wieder eine unnötige Aktion einiger Chaoten aus dem Eupener Block. Der Lerneffekt war wohl gleich null, denn direkt nachdem die Spieler den Platz betreten hatten, wurde im Eupener Block erneut gezündelt.

Das Spiel musste Mitte der ersten Halbzeit unterbrochen werden. Bild: Bruno Fahy/Belga

Nach gut einer halben Stunde tauchte N’Dri gefährlich im Lütticher Strafraum auf. Aus kurzer Distanz setzte der Ivorer die Hereingabe von Prevljak von der linken Seite neben das Lütticher Tor. N’Dri hatte auch den nächsten Abschluss für die Gäste aus der Weserstadt.

Manaf Nurudeen konnte mit einem starken Reflex gegen João Klauss den Rückstand der Eupener verhindern und klärte mit dem Bein noch zur Ecke. Kurz vor dem Gang in die Kabinen feuerte Siquet noch einen Schuss ins Seitennetz des Eupener Tores ab.

In der dritten Minute der Nachspielzeit mussten sich die Eupener dann aber dem Druck der Lütticher geschlagen geben. Ausgerechnet der stark aufspielende Agbadou lenkte den Ball unglücklich mit der Schulter in die eigenen Maschen.

Agabdou musste nach seinem Eigentor von Keeper Nurudeen wieder aufgebaut werden. Bild: Virginie Lefour/Belga

Eupen wollte nach dem Seitenwechsel die Kontrolle über das Spiel gewinnen und hatte zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff Pech, dass der Schuss von Peeters knapp das Ziel verfehlte. Auf der anderen Seite verpasste Amallah den zweiten Treffer der Lütticher. Der Schuss des Marokkaners landete nur am linken Pfosten. Glück für Eupen!

Unglücksrabe Agbadou hämmerte nach rund zehn gespielten Minuten im zweiten Durchgang einen strammen Schuss knapp neben den Lütticher Kasten. Für die letzte halbe Stunde kam auf Eupener Seite Sibiry Keita, für den erneut glücklos agierenden Julien Ngoy.

Auf dem Platz passierte anschließend nicht all zu viel. Erst eine Viertelstunde vor Schluss war Eupens Schlussmann Nurudeen beim Schuss von Hugo Siquet gefordert. Mit den Fingerspitzen verhinderte Eupens Keeper den frühzeitigen K.O.

Rund acht Minuten vor dem Spielende wurde nach dem Ziehen an Rochas Trikot ein Elfmeter gefordert. Das Unparteiischengespann urteilte anders und der VAR griff gar nicht erst ein.

Beim etwas ungestümen Herauskommen von Lüttichs Keeper Henkinet forderte der VAR den Schiedsrichter wohl auf, das Einsteigen gegen Keita noch einmal auf dem Bildschirm zu überprüfen. Statt Elfmeter gab es die Gelbe Karte für den Eupener Spieler.

Am Ende feierten die Lütticher den ersten Sieg unter dem neuen Trainer Luka Elsner.

Nächsten Samstag hat die AS Eupen ein Heimspiel gegen den KV Kortrijk.

Christophe Ramjoie