Gedankenschnell und überlegt: Junge Schachspieler aus der Großregion messen sich im Rapidschach

Der ostbelgische Schachnachwuchs hat trotz der Allerheiligenferien eine anstrengende Woche hinter sich. Die schulfreie Zeit wurde genutzt, um gleich zwei Turniere auszurichten: zum einen die Jugendmeisterschaft des ostbelgischen Schachverbandes an den Standorten Bütgenbach, Eynatten und Eupen; und zum anderen die Jugend-Rapid-Meisterschaft der Großregion in Worriken.

Junge Schachspieler aus der Großregion messen sich im Rapidschach (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Junge Schachspieler aus der Großregion messen sich im Rapidschach (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Gedankenschnell müssen die jungen Schachspieler aus der Großregion bei der Jugendmeisterschaft im Rapidschach sein. Und gleichzeitig wollen die Züge wohlüberlegt sein. Rund 50 Kinder und Jugendliche aus Ostbelgien, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und Lothringen sind dabei, darunter auch Matthias aus Würselen, der für den SKA Rochade Eupen-Kelmis spielt. „Das Turnier spiele ich gerade in der U14 und es gefällt mir ziemlich gut“, erzählt er.

Neun Runden sind zu absolvieren nach dem Schweizer System mit 25 Minuten Bedenkzeit für die Partie und einer zusätzlichen Zeit-Gutschrift von 10 Sekunden pro Zug. Für Tim aus Eupen, der im dritten Jahr Schach spielt, ist es das erste Turnier. „Man kann hier viel lernen“, findet er, „weil hier sind ja auch Gegner aus Luxemburg, Frankreich, Deutschland und Belgien.“

Das macht auch für Matthias den besonderen Reiz des Turniers aus. „Es ist interessant, weil man gegen die noch nie gespielt hat, zumindest gegen die meisten, und es völlig andere Gegner sind.“

Bei der ersten Ausgabe der Jugend Rapid Meisterschaft der Großregion vor zwei Jahren in die Diekirch hatten die Franzosen einen starken Eindruck hinterlassen. Diesmal sind sie für das zweitägige Turnier mit 17 Spielern nach Worriken angereist. Diese internationale Herausforderung ist auch Matthäus aus Braunlauf bewusst, „aber das stört mich eigentlich nicht“, sagt er.

Matthäus, der nebenbei nach dem Vorbild der Eltern auch Laufsport betreibt, hat diese Woche schon erfolgreich am dreitägigen Jugendturnier des Ostbelgischen Schachverbandes SVDB teilgenommen. Zu viel wird ihm das aber nicht. „Wenn man sich konzentriert, geht das noch, aber sonst wird das schon ein bisschen viel.“ Aber grundsätzlich findet der junge Mann: „Mir gefällt das Schachspiel, denn da muss man überlegen und eine Taktik entwickeln. Das interessiert mich daran“.

Auch der 14 Jahre alte Daniel aus Lontzen saß unter der Woche schon bei der ostbelgischen Jugendmeisterschaft am Brett. „Es sind Ferien und man hat Zeit. In den Ferien habe ich sowieso meistens nichts zu tun. Vielleicht ein bisschen für die Schule, aber das mache ich dann an Tagen, wo ich kein Schach habe.“

Auch Jan, 13, aus Raeren, weiß, was er am Schachspiel hat: „Mir gefällt es sehr gut. Ich liebe es, Schach zu spielen. Ich spiele mittlerweile schon seit fünf Jahren und bin immer noch mit Spaß dabei. Ich finde es interessant, weil dabei muss man halt den Kopf anstrengen. Und ich mag Denksport.“

Stephan Pesch

3 Kommentare
  1. Walther Janssen

    Was genau ist die Grossregion?

  2. Stephan Pesch

    Großregion bezieht sich auf die Großregion Luxemburg, Lothringen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Wallonien und Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens. Die Ursache dieser verkürzten Verwendung des Begriffs liegt in den Schwierigkeiten einer gemeinsamen Namensfindung für diese Großregion.

  3. Dieter Leonard

    Eine Großregion ist auf jeden Fall größer, als ein Kleingliedstaat.
    Ostbelgien ist auch so etwas wie eine kleine oder winzige Großregion. Also viel kleiner als eine richtige Großregion, aber etwas größer als z.B. die Deutschsprachige Gemeinschaft.
    Eigentlich alles ganz einfach … 🤔