Vor den letzten sechs Etappen: Tour de France-(Zwischen-)Fazit mit dem Raerener Radprofi Laurenz Rex

Die Fahrer der Tour de France genießen am Montag ihren wohlverdienten zweiten Ruhetag. Ab Dienstag stehen dann die sechs letzten Etappen an - der perfekte Zeitpunkt, um mit dem Raerener Radprofi Laurenz Rex ein (Zwischen-)Fazit zu ziehen.

Laurenz Rex beim Triptyque Ardennais (Bild: Christophe Ramjoie/BRF)

Laurenz Rex (Archivbild: Christophe Ramjoie/BRF)

15 Etappen haben die Fahrer der Tour de France hinter sich. Am Montag pausieren sie und das werden sie wohl auch bitter nötig haben. Die zweite Woche der Tour war zum Teil eine Tortur, aber für die Zuschauer sehr spannend – und nicht nur für die: „Ich fand es genauso spannend wie in der ersten Woche, wenn nicht sogar noch spannender“, sagt Laurenz Rex. „Ja, die Mont Ventoux-Etappe war schon eine ganz große Nummer. Aber Sonntag fand ich auch extrem spannend.“

Gemeint ist die Etappe nach Andorra, gewonnen von Sepp Kuss. Sein Teamkollege Wout van Aert hatte ihm geholfen und selber eines der Highlights dieser Woche geliefert: Als belgischer Meister erklomm er als Erster den Mont Ventoux am Mittwoch. In der Abfahrt ließ er sich dann den Etappensieg nicht nehmen. Auf der Etappe vom Sonntag sprintete van Aert dann um die Punkte in der Bergwertung. Ein Ziel möglicherweise?

„Ich denke nicht, dass er jetzt aufs Bergtrikot gehen wird“, meint Rex. „Vor allem, weil das auch einfach viel zu anstrengend ist mit Blick auf Tokio. Ich denke, dass er die Sprints als Vorbereitung gemacht hat und die restliche Tour nur noch als Training für Tokio fährt.“

Eine Vorbereitung auf Tokio, die nicht jeder gleich angeht. Mathieu van der Poel war bereits vor dem ersten Ruhetag aus der Tour ausgestiegen. Als Zweites war es jetzt Vincenzo Nibali. Van der Poel tritt allerdings nicht wie van Aert und Nibali im Straßenrennen der Olympischen Spiele an. Der Niederländer konzentriert sich auf das Mountainbike.

„Ich glaube nicht, dass das einen Vor- oder Nachteil hat für die Fahrer“, so die Einschätzung von Radprofi Rex. „Bei van der Poel kann ich es ein bisschen verstehen. Weil er ja in Tokio nicht auf der Straße, sondern auf dem Mountainbike fährt. Das heißt, der muss jetzt erstmal wieder ins Mountainbike kommen.“

Zurück zur Tour: Pogacar liegt mit über fünf Minuten in Führung. Dahinter geht es allerdings eng zu. Die Plätze zwei bis zehn sind umkämpft. Die Plätze zwei bis neun liegen sogar nur gut zweieinhalb Minuten auseinander. Wer sind die Favoriten aufs Podium?

„Nach dem, was ich am Sonntag gesehen habe: Vingegaard, Carapaz und Pogacar“, legt Laurenz Rex sich fest. „Der Urran ist glaube ich der bessere Zeitfahrer gegenüber Carapaz. Aber Carapaz wird jetzt was machen müssen, um auf den dritten oder zweiten Platz zu kommen. Also da wird jetzt noch was passieren die nächsten Tage.“

Die Fahrer erwarten in der dritten Woche weiter die Pyrenäen: erst mit einer hügeligen Etappe am Dienstag von El Pas de la Casa nach Saint-Gaudens, dann mit zwei schweren Bergetappen. Erst geht es auf der 17. Etappe auf den Col du Portet. Dann steht die 18. Etappe nach Luz Ardiden an. Die endgültige Entscheidung im Gesamtklassement fällt am Samstag in einem 30,8 Kilometer langen Zeitfahren. Die 19. Etappe ist eine für die Sprinter. In Paris erwartet die Fahrer dann die traditionnelle 21. Etappe. Auf den Champs-Elysées gibt es zumeist auch einen Sprint.

Christoph Heeren