Fußball-EM: Nainggolan hämmert Rote Teufel ins Achtelfinale

Die belgische Fußball-Nationalmannschaft hat sich am Mittwochabend für das Achtelfinale bei dieser EM qualifiziert. Im letzten Spiel der Gruppe E setzte sich Belgien mit 1:0 gegen Schweden durch. Nainggolan erzielte den Treffer in der 84. Minute. Gegner im Achtelfinale wird Ungarn. Das Spiel beginnt am Sonntag um 21 Uhr in Toulouse.

Radja Nainggolan

Bild: Dirk Waem/Belga

Die Schweden wollten vor Spielbeginn den Abschied ihres Superstars Zlatan Ibrahimovic so lange wie möglich hinauszögern und den ersten Sieg gegen eine belgische Elf seit 1961 einfahren.

Nationaltrainer Marc Wilmots traf in seiner aktiven Zeit auch bei einer Europameisterschaft auf das schwedische Nationalteam. Bei der Euro 2ooo konnte Belgien Schweden mit 2:1 bezwingen.

Der Chef der belgischen Equipe nahm im Vergleich zum Irland-Spiel nur eine Veränderung vor. Für den angeschlagenen Démbelé rückte Radja Nainggollan in die Startelf.

Die Schweden, die in den ersten beiden Partien der Gruppenphase kein einziges Mal auf’s Tor geschossen hatten, hatten bereits in der 5. Minute eine Riesenmöglichkeit aus kurzer Distanz durch Marcus Berg. Courtois verhinderte den Rückstand.

Auch die Belgier brauchten nicht lange bis zur ersten Möglichkeit. Witsel köpfte einen Eckball weiter an den Pfosten, Verthongen verpasste die belgische Führung.

Die Belgier hatten ein wenig Anlaufzeit nötig. In der 24. Minute brachte Hazard de Bruyne per Hacke in Schussposition. Der Schuss war aber zu schwach, um Isaksson im Tor der Schweden zu gefährden.

Die Offensive kam mit zunehmender Dauer besser ins Spiel. Es fehlte aber die letzte Präzision, um die Schweden wirklich in Gefahr zu bringen.

Die beste belgische Möglichkeit des ersten Durchgangs kam nach einer Eckstoßvariante zwischen de Bruyne und Hazard. Die anschließende Hereingabe von de Bruyne verpasste erst Meunier knapp, anschließend ging der Schuss wenige Zentimeter am schwedischen Tor vorbei.

Beim Stand von 0:0 gingen beide Mannschaften in die Kabinen.

Die Schweden starteten druckvoll in die zweite Halbzeit. Die Belgier wirkten in dieser Phase des Spiels verunsichert. Erst nach gut zehn Minuten war so etwas wie Offensivspiel der Belgier erkennbar.

Es war Glück für die Belgier, als der Unparteiische Brych ein Foulspiel von Berg im belgischen Strafraum ahndete, als Ibrahimovic den Ball im Anschluss im Tor unterbrachte. Die Schweden waren rasend.

Die Antwort der Teufel erfolgte in der 67. Minute durch einen Distanzschuss von de Bruyne. Isaksson klärte links zur Ecke.

Fünf Minuten später stürmte Lukaku auf den schwedischen Schlussmann zu, scheiterte aber am Fuss Isakssons. Wenige Augenblicke darauf erneut eine sehr ähnliche Aktion von Lukaku, die aber wegen Abseitsposition des Everton-Spielers abgepfiffen werden musste.

Ibrahimovics Freistoß in der 76. Minute konnte von Courtois entschärft werden.

Elf Minuten vor Ende setzte sich der eingewechselte Mertens mit einem Schuss von der linken Strafraumgrenze in Szene. Erneut konnte aber der schwedische Schlussmann zur Ecke klären.

De Bruyne verhinderte drei Minuten später auf der Torlinie die schwedische Führung, als er einen Kopfball von der Linie wegköpfte. Das war knapp!

Nainggolan machte in der 84. Minute mit einem satten Schuss alle schwedischen Hoffnungen auf ein Weiterkommen zunichte. 1:0 für Belgien.

Mit dem Ausscheiden der Schweden endet auch die Karriere des schwedischen Ausnahmefußballers Zlatan Ibrahimovic in der Nationalmannschaft. Ibrahimovic traf 62 mal in 116 Länderspielen für sein Land.

Am Sonntag treffen die Roten Teufel im Achtelfinale in Toulouse auf den Überraschungsersten der Gruppe F Ungarn. Anpfiff ist um 21:00 Uhr.

Christophe Ramjoie - Bild: Dirk Waem (belga)

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2 Kommentare
  1. Thelen Wilfried

    Hallo BRF, Hallo Christophe
    Ich fand das Spiel von Belgien gar nicht so schlecht, wie du es darstellst und wie es auch teilweise in der ausländischen Presse dargestellt wird.
    Vielleicht auch deshalb, weil ich es am Großbildschirm verfolgen muße und nicht im Stadion sein konnte.
    Ich fand uns weiter im Aufwärtstrend , vor allem in der Verteidigung. Im Mittelfeld ließ man allerdings Schweden zu viel Platz, Dies aber auch deshlab weil Wilmots die Mannschaft offensiv eingestellt hatte.
    Und das Probelm das Spiel zu machen und eine gut gestaffelte Abwehr zu knacken, hatten wir ja schon in Brasilien. Da bedarf es noch mehr Schnelligkeit, die wir bislang leider nur in Kontern zeigen konnten. Schliesslich spielt man nur so gut, wie der Gegner es zulässt bzw mitspielt . Die Schweden zogen sich gut und intelligent (mit Mittelfeld) in die Abwehr zurück.
    Jedenfalls bin ich zuversichtlich, weil wir immer stärker ins Turnier kommen.

  2. Ramscheid Bernard

    Wieso Glück für die Belgier, wenn der Unparteiische ein Foul pfeift???
    Wilfried: Viele Kommentare in der Presse kommen von Journalisten, die nicht imstande sind, ein Fußballspiel korrekt zu bewerten! Jeder gibt seinen Senf dazu ohne den Durchblick zu haben.

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