Im letzten Jahr fand die Berufsmesse – die vom Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft organisiert wird – im Kloster Heidberg statt. Das wäre in diesem Jahr nicht möglich gewesen. Der einfache Grund: kein Platz. Statt 25 werden in diesem Jahr über 40 Aussteller in der Sporthalle Kettenis, dabei sein.
Präsentiert werden verschiedene Berufe und Ausbildungswege. Unterm Strich geht es aber nicht nur ums Informieren, sondern vor allem darum, Berufe so hautnah wie möglich kennenzulernen und direkt mit Menschen aus der Praxis ins Gespräch zu kommen. Im Fokus: die Jugend. "Aber auch natürlich die Erziehungsberechtigten, die Eltern und alle anderen, die sich auf irgendeine Weise über Berufe informieren möchten, sich beruflich neu orientieren, eine Arbeit suchen und vieles mehr. Also für alle, die sich in irgendeiner Weise für diese Berufe hier in Ostbelgien interessieren", erklärt Jérôme Franssen, Minister für Ausbildung und Beschäftigung.
Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf dem Bausektor. Im sogenannten "Construction Village" präsentieren regionale Unternehmen gemeinsam die Vielfalt der Bauberufe. Vom Schreiner über den Elektriker bis hin zum Heizungsinstallateur oder Steinmetz gibt es zahlreiche Möglichkeiten zu entdecken. Mit VR-Brillen können Besucher außerdem eine virtuelle Baustelle erkunden.
Auch die Kampagne "Built to build" (Gebaut zum Bauen) ist mit dabei. Sie möchte insbesondere Frauen und Mädchen für Berufe im Bausektor begeistern und mit dem traditionellen Bild einer Männerdomäne aufräumen. "Der Bausektor hat sich auch verändert. Es gibt neue Techniken und es wird viel mehr Präzision verlangt. Und es geht nicht mehr nur um das klassische Männerbild, dass man körperlich gut gebaut sein und viel Kraft haben muss, sondern es gibt ganz neue und andere Möglichkeiten. Und da kann man sich gezielt auch als Frau, als junge Frau, darüber informieren, welche Möglichkeiten es gibt", sagt Cathérine Signon, Fachbereichsleiterin beim Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Die Vielzahl an beruflichen Möglichkeiten kann einen jungen Menschen ganz schnell überfordern. Die Berufsmesse soll dabei helfen, die potenziellen Zukunftswege einzugrenzen. Vielleicht taucht aber auch der eine oder andere Beruf auf, den man eigentlich gar nicht auf dem Schirm hatte. Ganz wichtig: Im Vordergrund steht der persönliche Kontakt. "Bei allen Möglichkeiten der Information und bei allen Möglichkeiten der Kommunikation ist das persönliche und gute Gespräch zwischen demjenigen, der sich für eine Arbeit interessiert, und demjenigen, der diese Arbeit bereits in seinem Beruf ausübt, natürlich durch nichts zu ersetzen."
Vor Ort wird es auch einen kostenlosen Interessentest geben. Die Berufsberatung des Arbeitsamtes bietet dafür einen Computerbasierten Test an. "Es werden 60 Tätigkeitsfelder abgefragt, man gibt sein Interesse für die verschiedenen Felder an und hinterher erhält man eine Auswertung, für welche Bereiche man das größte Interesse hat. Unsere Berufsberater weisen dann gerne den Weg zu den unterschiedlichen Ausstellern und zeigen auf, welche Bereiche sich besonders lohnen könnten", sagt Cathérine Signon.
Die Berufsmesse "Meet your Job – Berufe hautnah!" findet am Mittwoch, dem 18. November, von 16 bis 19 Uhr in der Sporthalle Kettenis statt. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung ist auch nicht nötig.
Dogan Malicki