Wie könnte Ostbelgien in Zukunft aussehen – und wie lässt sich die Lebensqualität in der Region verbessern? Auf zwei Dutzend Schautafeln werden erstmals Ergebnisse eines gemeinsamen Projekts des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der RWTH Aachen und Parkstad Limburg präsentiert.
Zukunft im Museum
Ein Museum ist für eine Ausstellung über die Zukunft ein eher ungewöhnlicher Ort. Für Museumsleiter Jan Cetinkaya passt die Schau trotzdem nach Kelmis: Sie befindet sich im früheren Herzen von Neutral Moresnet. "Museen werden ja eher mit der Vergangenheit in Verbindung gebracht, aber wir präsentieren hier ein Thema, was sich mit der Zukunft unserer Region beschäftigt", sagt er. Es sei eine große Ehre, die Ausstellung zeigen zu können.
Von Holzbau bis Landschaftskunstroute
Die Vorschläge bauen auf dem DG-Zukunftsprojekt "Ostbelgien-Leben 2040" auf. Im Mittelpunkt stehen unter anderem neue Wohnformen, grenzüberschreitende Mobilität und Ideen für Unternehmen. Auch die Gemeinden sollen bei der Umsetzung eine wichtige Rolle spielen.
Zu den Projekten, die bei Workshops besonders viel Zustimmung erhielten, gehören eine Landschaftskunstroute, ein Innovationscampus und eine stärkere Förderung des Holzbaus. "Zusätzlich möchten wir auch gerne neues Bauen und Wohnen entwickeln", sagt Lucyana Zalas, Referatsleiterin für Raumentwicklung und Wohnen im Ministerium der DG.

Ideen sollen zum Gespräch anregen
Noch sind viele Vorschläge Ideen. Die Ausstellung soll deshalb nicht nur mögliche Zukunftsprojekte präsentieren, sondern auch die Diskussion darüber anstoßen, was die Region tatsächlich braucht. Prof. Christa Reicher von der RWTH Aachen hat den Prozess wissenschaftlich begleitet. Entscheidend sei, dass die Menschen Veränderungen in ihrem Alltag erleben könnten. "Wir Menschen brauchen natürlich nicht nur irgendwie den großen Plan, sondern wir wollen sehen, dass sich unser unmittelbares Umfeld auf den Weg macht."
Die Ausstellung "Ostbelgien: Raum für Zukunft" ist noch bis zum 15. November im Museum Vieille Montagne in Kelmis zu sehen. Der Zugang ist regulär im allgemeinen Museumsticket enthalten.
Wer die Sonderausstellung kostenfrei besuchen möchte, wird gebeten, sich vorher per E-Mail an mvm@kelmis.be anzumelden.
Mehr zu dem Thema im Radiobeitrag im Player:
Manuel Zimmermann





