Die Forscher haben vor allem drei Krankheiten im Visier: die virale hämorrhagische Kaninchenkrankheit, eine hochansteckende Viruserkrankung, die auch Feldhasen befallen kann; das Europäische Braune-Hasen-Syndrom (EBHS), das durch einen ähnlichen Erreger verursacht wird, und die Tularämie, auch Hasenpest genannt - eine bakterielle Infektionskrankheit, die auch auf den Menschen übertragbar ist.
Wie gefährlich sind diese Krankheiten für die Tiere?
Für Feldhasen und Kaninchen kann eine Ansteckung tödlich sein. Alle drei Krankheiten verursachen hohes Fieber, Atemnot und Koordinationsstörungen. Das bedeutet auch, dass die Hasen ihr natürliches Fluchtverhalten verlieren. Gerade die Hasenpopulationen sind dafür sehr anfällig.
Um herauszufinden, welche Erreger tatsächlich für das Sterben verantwortlich sind, sollten möglichst viele Kadaver untersucht werden.
Aufruf zur Mitarbeit
Die Uni Lüttich bittet Bürger, die in der freien Natur tote Feldhasen oder tote Kaninchen entdecken, diese einzusammeln. Dabei gilt es, vorsichtig zu sein. Bevor ein totes Tier angerührt werden kann, sollte man Handschuhe anziehen. Dann sollte der Kadaver in einen ersten Beutel gesteckt werden, auf den man einen Zettel mit Angaben zum Fundort und Datum legt. Das Ganze kommt dann in einen zweiten Beutel, den man verschließt und der veterinärmedizinischen Fakultät in Lüttich zukommen lässt. Diese befindet sich auf Sart Tilman. Wichtig ist, vorab bei der Fakultät anrufen (04/366.40.62) und sich anzumelden. Die Abgabe und die anschließende Untersuchung sind für den Bürger kostenlos.
Bis wann läuft die Sammelaktion?
Die Sammelaktion hat bereits begonnen und endet zum Jahresende. Ergebnisse der Studie sollen Anfang 2027 veröffentlicht werden. Die Forscher betonen: Je mehr Tiere eingesammelt werden, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse.
Weitere Infos findet ihr auf der Webseite des Dienstes für Tiergesundheit und Wildtierkrankheiten.
rtbf/faunesauvage.be/jp