Die Gemeinde muss ihre Dotation an das Öffentliche Sozialhilfezentrum (ÖSHZ) um 208.000 Euro erhöhen. Grund dafür sind die Kosten im Zusammenhang mit der fristlosen Kündigung einer langjährigen angestellten Person.
Die Opposition reagierte mit deutlicher Kritik. Roger Franssen (Union) sprach von einem "Fiasko" und warf der ÖSHZ-Präsidentin Sonja Cloot eine verfehlte Personalpolitik vor. Es hätte seiner Ansicht nach Alternativen zur Kündigung gegeben. Fassungslos kritisierte zudem Yannick Heuschen (Ecolo), dass Cloot in der öffentlichen Sitzung den Namen der betroffenen Person nannte.
Zweite Haushaltsanpassung für 2026
Im Rahmen des Neubaus der Grundschule in Herbesthal entstehen weitere Kosten von 170.000 Euro. Die Gesamtkosten für den Neubau sollen jedoch unter 14 Millionen Euro bleiben, erklärte Finanzschöffe José Grommes. Gleichzeitig erwartet die Gemeinde 175.000 Euro Mehreinnahmen aus dem Holzverkauf. Unterm Strich stehen Mehreinnahmen von rund 375.000 Euro zusätzlichen Ausgaben von etwa 353.000 Euro gegenüber.
Union und Ecolo stimmten gegen die Haushaltsanpassung. Finanzschöffe José Grommes (Energie) mahnte für die kommenden Jahre eine sorgfältige Planung und klare Prioritäten an.
Rund 1,9 Millionen Euro für Investitionen
Die Gemeinde will Anleihen von insgesamt rund 1,9 Millionen Euro aufnehmen. Finanziert werden sollen unter anderem die Sanierung der Montzener Straße (1,46 Millionen Euro), ein Fuß- und Radweg zwischen Rottdriescherstraße und Hellendergasse (127.000 Euro), ein neuer Kunstrasenplatz für den KSC Lontzen (107.000 Euro), eine neue Halle für den Bauhof (100.000 Euro) und die sechste Phase der LED-Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung (117.000 Euro).
Roger Franssen (Union) kritisierte die lange Planungszeit und die gestiegenen Kosten für die Sanierung der Montzener Straße. Finanzschöffe Grommes verwies auf eine notwendige Enteignung, die eine frühere Umsetzung verhindert habe. Yannick Heuschen (Ecolo) äußerte Umweltbedenken zum Kunstrasen und bezeichnete die Halle für den Bauhof als teures Provisorium.
Poststelle Herbesthal: Noch keine Entscheidung
Bürgermeister Patrick Thevissen (Energie) stellte klar, dass die mögliche Schließung der Poststelle in Herbesthal nicht beschlossen sei. Die in der Presse veröffentlichte Liste sei laut Rückmeldungen des Ministeriums und eines Bpost-Mitarbeiters lediglich inoffiziell.
Interpellation: Motocross am Mühlenweg besorgt Anwohnerin
Eine Anwohnerin kritisierte bei der Gemeinderatssitzung die vergangene Motocrossveranstaltung am Mühlenweg – unter anderem wegen der Auswirkungen auf die Umwelt sowie Lärm- und Luftverschmutzung. Sie befürchtet, dass dort weitere Rennen stattfinden könnten.
Schöffin Evelyn Jadin (Energie) erklärte, dass bislang nur diese eine Veranstaltung genehmigt worden sei. Eine abschließende Bewertung stehe noch aus. Eine verbindliche Absage weiterer Rennen gab es nicht.
Ländliche Entwicklung: Franssen kritisiert Kollegium
Für einen Fuß- und Radweg entlang der Merolser Straße sowie einen Freizeitbereich am ehemaligen Bahnhof Herbesthal wurden noch keine Anträge bei der Wallonischen Region eingereicht. Roger Franssen kritisierte, dass die Frist für dieses Jahr verpasst worden sei.
Dogan Malicki