Die Flutkatastrophe vor fünf Jahren hat gezeigt: Hochwasserschutz und Prävention sind in den Jahren davor nicht ernst genug genommen worden. Seit der Flut wissen wir: Überflutungszonen müssen her, das Wasser muss Platz haben, sonst sucht es sich den ganz alleine. Ein Umdenken in der Gestaltung öffentlicher Bereiche, aber auch privater Gärten und Häuser muss stattfinden, damit eben nicht noch einmal Schäden wie 2021 entstehen.
Genau da setzt die Messe "Inondéa" in Lüttich an. Eine Messe, organisiert von den 14 Flussverträgen der Wallonie, erklärt Loïc Baltus, der Hochwasserbeauftragter des Flussvertrags Weser: "Sie richtet sich an Bürgerinnen und Bürger sowie an kommunale, provinziale und regionale Verwaltungen. Alle Interessierten sind eingeladen, die Messe zu besuchen und sich über Maßnahmen zum Hochwasserschutz zu informieren".
Hier werden beispielsweise Techniken vorgestellt, die von Gemeinden gekauft werden können, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. Ein Beispiel: das WaterGate. Ein kanadisches Produkt, vertrieben durch die belgische Firma "Point Technique". "Es handelt sich um eine abnehmbare Hochwasserschutzbarriere", erklärt Rémy Proncelet. "Ihr Prinzip beruht darauf, dass das Wasser durch sein Gewicht die Konstruktion an Ort und Stelle hält und wie ein Damm wirkt. Das Wasser strömt in den Damm hinein und hebt den oberen Teil an. Der gesamte Damm bläht sich auf und verhindert, dass das Wasser auf die andere Seite gelangt."
Auch in Belgien ist die Technik schon zum Einsatz gekommen. Die Feuerwehr von Spa nutzt die Barriere Beispielsweise um in der Nähe der Rennstrecke Wasser zu stauen, um im Fall eines Feuers Wasser aus dem Fluss entnehmen zu können.
Auf der Messe wird klar: Jeder Bürger kann etwas zur Hochwasserprävention beitragen. Auch der eigene Garten kann so angelegt werden, dass sich Wasser nicht unbedingt staut.
Aber wie gestalte ich meinen Garten, wenn zum einen Hitze und zum anderen Überflutungen meinen Garten bedrohen? Für diese Problematik liefert die ASBL Adalia Antworten. "Die Bepflanzung. Das bedeutet, die Vegetation in den Garten zurückzubringen, egal ob Bäume, Sträucher oder Stauden", erklärt Bernard Drosson. "Die Kombination dieser verschiedenen Pflanzenarten ist der erste Schritt." Anschließend könne man sich Gedanken darüber machen, die Oberfläche der Terrasse zu verkleinern, um das Versickern des Wassers zu verbessern, so Drosson.
Auch im Haus kann jeder Vorsorgen. Muss der Stromzähler unbedingt im Keller hängen oder bringt man ihn doch lieber auf einer höheren Etage unter? Ist ein Rückschlagventil im Keller vielleicht sinnvoll? Und wie wäre es mit einer Pumpe im Keller?
Die Flussverträge bieten ausführliche Infos dazu - auch auf Deutsch. Wasser kennt keine Grenzen und sucht sich seinen Weg, damit dabei möglichst wenig Schaden entsteht, gilt es, vorbereitet zu sein.

Lena Orban









