In Lüttich hat die Polizei die Händler per BE-Alert-Warnmeldung aufgerufen, ihre Läden zu schließen. Der Bahnhof Guillemins ist für Reisende gesperrt. Die Polizei spricht von schweren Krawallen. Randalierer hätten Geschäfte verwüstet. Viele Händler vernagelten ihre Schaufenster.
Der Schülerprotest gegen die Sparmaßnahmen im Unterrichtswesen war am Mittwochnachmittag erneut eskaliert. Mehrere hundert Jugendliche versammelten sich in der Innenstadt. Sie warfen Pflastersteine, rissen Sitzbänke heraus und blockierten die Tramgleise. Bushäuschen und Mülleimer brannten. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Schon am Dienstag hatte es in Lüttich Ausschreitungen mit großen Schäden gegeben.
Die Schüler kritisieren unter anderem hohe Kosten für Studium und Busabos. Auch zu volle Klassen und fehlendes Material stören sie. Sie beklagen, dass die Politik ihnen kaum zuhört.
Am Vormittag war es in der Stadt noch ruhiger gewesen. Mehrere organisierte Demonstrationszüge zogen mit Plakaten und Parolen friedlich durch die Straßen. Inzwischen haben sich auch Studenten der Hochschulen den protestierenden Schülern angeschlossen.
Mittwochvormittag hatten Bürgermeister Willy Demeyer und der Polizeichef mit Schülervertretern gesprochen. Die Schüler kritisierten den Polizeieinsatz mit Tränengas und Festnahmen. Demeyer rief sie auf, in die Schulen zurückzukehren.
belga/rtbf/vrt/vk
"ungefähr 57,7 % der Einwohner von Lüttich haben einen ausländischen Hintergrund im statistischen Sinne von Statbel. Bei Kindern und Jugendlichen liegt der Anteil erfahrungsgemäß noch höher" - naja, es ist zwar denkbar, dass unter den Randalierern viele Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte waren, belastbare Zahlen dazu gibt es bislang aber nicht, sodass man das nicht seriös als Tatsache behaupten kann.