In einer unscheinbaren Halle in Ostbelgien nimmt der Inklusionswagen, jeden Tag ein bisschen mehr, Gestalt an. Schnell wird klar: Es werden keine halben Sachen gemacht. Das beweist unter anderem der nagelneue Agrar-Anhänger. Kostenpunkt: 28.000 Euro. Ist alles fertig, wird das Zuggefährt, mit Passagieren, rund 24 Tonnen ziehen müssen. Das Herzstück des Wagens: der Lift. Er wurde auch schon vom TÜV abgenommen.
Patrick Wertz, Präsident der VoG "Das Goldene Herz": "Der Lift kann 550 Kilo tragen und hebt hier auf etwa 1,20 Meter Höhe. Mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen werden die Menschen, die dieses Fahrzeug mit dem Rollstuhl nutzen, durch eine Schleuse gefahren. Vorne rechts ist dann Platz für sechs Rollstuhlfahrer."
Besonders die Planung des Wagens hat jede Menge Zeit in Anspruch genommen. Kein Wunder. Beim Bau eines Inklusionswagens muss jede Menge beachtet werden. "Wir müssen natürlich Normen erfüllen. Die Vorgabe für Rollstuhlfahrer ist eine Durchfahrtsbreite von mindestens 90 Zentimetern. Die Rollstuhlfahrer werden durch eine Schleuse nach vorne gebracht und dann in der Bodenplatte verankert."
Das Material kommt aus der Region. An der Qualität wird nicht gespart. Die ehrenamtlichen Arbeiten mehrmals in der Woche. Der TÜV schaut auch in regelmäßigen Abständen vorbei. Der Inklusionswagen wird jedenfalls keine Wünsche offenlassen. "Wir werden hier eine behindertengerechte Toilettenanlage bauen und einen Rückzugsort mit Liege für den Fall der Fälle. Wir sind auf alle Bedürfnisse vorbereitet und haben auch geschultes Personal für die Betreuung dieser Menschen an Bord."
Wichtig: Es wird kein Karnevalswagen gebaut. "Wir bauen einen Inklusionsfestwagen, der für alle Umzüge jeglicher Art in ganz Ostbelgien angefordert werden kann; ob das Sankt-Martinszüge, Schützenzüge oder Erntedankumzüge sind. Wir bauen hier nichts, was nach einem Jahr zusammenfällt oder wieder abgerissen wird. Das Endprodukt wird, sage ich mal, fantastisch aussehen - sowohl optisch als auch in Sachen Sicherheit", sagt Patrick Wertz.
Wenn alles weiter nach Plan läuft, könnte der Inklusionsfestwagen 2027 bei Umzügen in Ostbelgien zum Einsatz kommen. Auf ein Datum möchte sich die VoG aber nicht festnageln lassen. Ist der Wagen dann einmal bereit, bedeutet das für Menschen mit Beeinträchtigung: nicht nur am Rand dabei sein, sondern mittendrin.
Dogan Malicki








