Ein Urteil des Arbeitsgerichts Lüttich hat Mängel bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long Covid in Belgien aufgezeigt. Anlass war der Fall eines Mädchens, das nach einer Corona-Infektion im Jahr 2021 unter starker Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und weiteren Beschwerden litt und schließlich in Italien behandelt wurde.
Das Gericht stellte fest, dass es in Belgien kein spezialisiertes Zentrum für Long Covid bei Kindern gibt. Die Long-Covid-Klinik in der Provinz Namur richtet sich demnach an Erwachsene. Da die zweijährige Behandlung des Mädchens in Belgien keinen ausreichenden Erfolg gebracht hatte und eine vergleichbare Versorgung in angemessener Zeit nicht verfügbar war, wurde die Kostenübernahme für die Behandlung in Italien als gerechtfertigt angesehen.
Die Organisation Long Covid Belgium fordert nun ein landesweites Versorgungsnetz mit spezialisierten Strukturen für betroffene Kinder und Jugendliche.
belga/re