Die Pisa-Studie will feststellen, wie gut Jugendliche ihr in der Schule gelerntes Wissen im Alltag umsetzen können. Und das gelingt den Schülern aus der DG nur mittelmäßig gut. Im Vergleich zu den letzten Pisa-Studien sind die Resultate sogar noch etwas schlechter geworden.
Das ist zwar nicht nur für Belgien der Fall, dennoch ist Bildungsminister Jerôme Franssen besorgt. Er empfinde diese Ergebnisse als sehr besorgniserregend, sagte er bei der Vorstellung der Resultate: "Wir dürfen uns auch damit nicht zufriedengeben."
Im Bereich der Naturwissenschaften erreicht in der DG rund ein Viertel der Schüler nicht die grundlegenden Kompetenzen. Flandern und die Französische Gemeinschaft schneiden zwar etwas besser ab, aber auch hier sind die Fähigkeiten gesunken. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Mathematik. Hier hat jeder dritte DG- Schüler Schwierigkeiten, die grundlegenden Kompetenzen zu erreichen.
Eine mögliche Erklärung ist der vergleichsweise hohe Anteil von Jugendlichen, die zuhause eine andere Sprache als die Test-Sprache Deutsch sprechen. In der DG ist dieser Anteil höher als in Flandern oder der Französischen Gemeinschaft. Für Bildungsminister Jérôme Franssen ergibt sich daraus der konkrete Handlungsauftrag, "dass wir Grundkompetenzen stärken, dass wir die Schulen unterstützen und vor allen Dingen die Fertigkeiten der Sprache noch mehr in den Mittelpunkt rücken müssen, weil die Sprachbeherrschung der Schlüssel zum Bildungserfolg insgesamt ist."
Die Schulen sollen sich stärker auf die grundlegenden Fähigkeiten konzentrieren. Der Minister will dafür das Stellenkapital reformieren und den Schulen mehr konkrete Unterstützung und mehr Planungssicherheit bieten, beispielsweise beim Einsatz von Förderteams. "Weniger ist manchmal mehr. Und ich glaube, das ist ein ganz zentraler Schlüssel. Wir müssen uns noch mehr auf Fähigkeiten konzentrieren und da ist auch eine Voraussetzung, dass wir die Rahmenpläne dahingehend abändern", sagt er.
Durch die Reform der Rahmenpläne sollen die Lehrer mehr Zeit bekommen, zentrale Kompetenzen zu vertiefen. Nach dem Willen des Ministers soll vor allem die Leseförderung in den Schulen mehr Raum erhalten. Fünf Grundschulen werden zunächst mit einem entsprechenden Programm begleitet. Die Idee: mehr Zeit fürs Lesen - und zwar regelmäßig. "Der Kern des Ganzen ist im Grunde genommen, die Lesezeit zu erhöhen. Es geht dabei darum, vor allen Dingen auch die Lust am Lesen zu vermitteln, Lesen auch konkret im Alltag zu vollziehen."
Es gibt aber auch gute Resultate zu vermelden: In der DG müssen weniger Schüler ein Schuljahr wiederholen als in den anderen Landesteilen. Und die soziale Herkunft der Schüler wirkt sich hier weniger stark auf die Resultate aus als anderswo. Jerôme Franssen sieht darin einen Beleg für den hohen Einsatz der Lehrkräfte.
Wie die Maßnahmen tatsächlich wirken, wird sich in einigen Jahren zeigen. Denn Veränderungen im Bildungssystem schlagen sich nicht innerhalb eines Schuljahres in den PISA-Ergebnissen nieder.
Die detaillierten Resultate der Pisa-Studie werden in den nächsten Tagen auf der Internet-Seite der Autonomen Hochschule veröffentlicht.
Gaby Zeimers
Vielleicht sollten die PISA Resultate mal unter dem Aspekt gesehen werden : 'Wie Unten, so Oben'... Wenn die Politik dann, wieder nach 'Reformen' ruft, ist die nächste Augenwischerei schon vorprogrammier und macht deutlich, es geht im Grunde nicht um die Qualität der Ausbildung der Schüler... sondern nur um politischen Profilierung... denn eine qualitative Ausbildung ist Gift für die Politikagenda, das moderne Sklavensystem weiter ausbauen zu können durch Sozialabbau. Es heisst "Wissen ist Macht" aber unsere Politiker machen daraus ein ihnen gefälliges "Nichtswissen macht auch nichts"